Zum 80. Geburtstag von Landesbischof i.R. und Abt zu Loccum D. Horst Hirschler

Nachricht 03. September 2013

Landesbischof Ralf Meister gratuliert für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers:

Landesbischof i.R. und Abt zu Loccum D. Horst Hirschler wird am Mittwoch, dem 4. September 2013 80 Jahre alt. Für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers gratuliert Landesbischof Ralf Meister:

,Ich habe nun etliche Jahre lang, alle Jahre zweimal die Bibel ausgelesen, und wenn die Bibel ein großer mächtiger Baum wäre und alle Worte Ästlein, so habe ich an alle Ästlein angeklopft und gerne wissen wollen, was es wäre und vermöchte. Und allezeit habe ich noch ein paar Äpfel oder Birnen heruntergeklopft...´ Nach Erntezeit klingen diese Worte von Martin Luther, und ein Erntefest mag auch der 80. Geburststag von Landesbischof i.R. und Abt zu Loccum Horst Hirschler sein. Dazu gratuliere ich ihm im Namen unserer Landeskirche ganz herzlich. Seit seiner Ordination 1962 - seit mehr als 50 Jahren! - ist er als Pastor im Dienst. Das leidenschaftliche und streitbare Engagement, mit dem er in allen seinen Aufgabenbereichen Menschen erreicht und bewegt hat, ist tief mit seiner Lebenshaltung verbunden. In einem Vortrag sprach er vom "Christsein als revolutionäre Existenz", das mag auch als programmatische Überschrift für sein Lebenswerk gelten. Seiner besonderen Verbundenheit und Liebe zum Kloster Loccum haben wir insbesondere in diesem Jubiläumsjahr viel zu verdanken."

Hirschler wurde am 28. Oktober 1962 in Hannover ordiniert. Von 1962 bis 1965 war er Schülerpastor im Landesjugendpfarramt und von 1965 bis 1970 Gemeindepastor an St. Johannis in Lüneburg. Im August 1970 wurde er Konventualstudiendirektor im Predigerseminar des Klosters Loccum.
Zum 1. August 1977 wurde Hirschler durch den Kirchensenat in das Amt des Landessuperintendenten für den Sprengel Göttingen berufen. Am 31. Mai 1988 wurde er als Landesbischof eingeführt und blieb bis zu seinem 66. Geburtstag im Amt. Seit dem Jahr 2000 ist Hirschler Abt des Klosters Loccum.

Von 1991 bis 1997 gehörte Hirschler dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an, von 1993 bis 1999 war er Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Glückwunsch des EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider:

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat Altbischof Horst Hirschler zu dessen 80. Geburtstag am morgigen Mittwoch beglückwünscht: „Von Herzen gratuliere ich Ihnen zu Ihrem besonderen Geburtstag und wünsche Ihnen Gottes reichen Segen. Im Namen des Rates und der Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland sage ich Ihnen zu diesem Tag Dank für Ihr reichhaltiges Wirken in unserer Kirche und für unser Gemeinwesen“, heißt es in einem Brief Schneiders an Hirschler, der von 1988 bis 1999 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers war.

Schneider würdigte Hirschlers Wirken in der EKD-Synode, der er von 1979 bis 1988 angehörte und im Rat der EKD, dessen Mitglied Hirschler von 1991 bis 1997 war. Während dieser Jahre habe Hirschler auch die „nicht einfache“ Rolle des Beauftragten für Fragen der Zivildienstes und der Militärseelsorge wahrgenommen. „Dabei erwarben Sie sich im Ringen um Grundsatzfragen der Militär- und Soldatenseelsorge und des Friedensdienstes der Christen den Respekt für Ihre theologische und seelsorgerliche Kompetenz aus allen Lagern des damaligen Meinungsstreits“, schreibt der Ratsvorsitzende.
 
Außerdem erinnerte der Ratsvorsitzende an Hirschlers Engagement für die Ökumene. Dem „engagierten Einsatz“ Hirschlers verdanke sich maßgeblich die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem Vatikan im Jahre 1999. Auch auf dem Gebiet der kirchlichen Publizistik habe Hirschler große Verdienste erworben, unter anderem als Herausgeber des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes. „In dieser Funktion hatten Sie an der Transformation der Wochenzeitung in das evangelische Magazin chrismon großen Anteil. Diese Erfolgsgeschichte der evangelischen Publizistik, die sich seit dem Jahr 2000 entwickelt hat, verdankt sich in besonderer Weise Ihrem weitsichtigen und beharrlichen Engagement“, heißt es in dem Brief.
 
Schließlich habe Hirschler in seinem Ruhestand das Amt eines Abts des Klosters in Loccum „in hervorragender Weise ausgefüllt“. Sein „kreatives und nimmermüdes Engagement für diesen besonderen Ort des Protestantismus“ erfahre in diesem Jahr mit der Feier des 850-jährigen Jubiläums des Klosters „seine Krönung und zu Recht große Bewunderung und Wertschätzung“, so Schneider.
 
Als „Prediger des Evangeliums“ gelte Hirschler besondere Wertschätzung. „Hier ist Ihnen eine Gabe verliehen, die Menschen bis auf den heutigen Tag fesselt und im Glauben stärkt. Menschen spüren, dass Sie ergriffen sind vom Evangelium Jesu Christi, von dem Sie in packender und anrührender Weise immer wieder erzählen und zeugen“, so der Ratsvorsitzende abschließend.
 
 

Glückwunsch des Leitenden Bischofs der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich:

Hannover. Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem früheren Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, D. Horst Hirschler, Abt zu Loccum, persönlich und im Namen der VELKD zum 80. Geburtstag gratuliert und ihm herzliche Glück- und Segenswünsche übermittelt.

In seinem Schreiben würdigt Ulrich das theologische und kirchliche Wirken Hirschlers. „Ob als Pastor, in kirchenleitenden Ämtern oder als Abt: Immer haben Sie es verstanden, die Zusage Gottes mitten im Leben erfahrbar, Gottes Wort und das Vertrauen darauf als alltagstaugliche und befreiende Kraft deutlich zu machen.“

Ulrich dankt dem Jubilar insbesondere für sein Engagement als Leitender Bischof der VELKD. Hirschler habe sich vielfach eindrücklich und auf kreative Weise auf die Theologie Martin Luthers bezogen und damit gezeigt, dass das evangelisch-lutherische Gottes- und Weltverständnis sich auch für die heutige Zeit als tragfähig erweist. Zudem habe er die lutherische Position maßgeblich bei der Erarbeitung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ eingebracht. „Auf diese Weise haben Sie entscheidend dazu beigetragen, das ökumenische Potenzial der lutherischen Theologie zur Wirkung zu bringen.“

Innerhalb der VELKD habe Hirschler seine Spuren insbesondere durch das Büchlein „Christus vertrauen“ hinterlassen, in dem er in zugänglicher Weise schildere, wie die Rechtfertigung allein aus Glauben Freiheit schenkt. Seit ihrem Erscheinen 2008 gehört diese Broschüre zu den am stärksten nachgefragten VELKD-Publikationen.“

Horst Hirschler, der von 1988 bis 1999 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers war, übte zwischen 1993 und 1999 auch das Amt des Leitenden Bischofs der VELKD sowie des Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) aus. Von 1990 bis 1997 war er einer der Vizepräsidenten des LWB. Seit 2000 ist er Abt des Kloster Loccum.