EKD zeichnet Medienproduktionen mit dem 30. Robert-Geisendörfer-Preis aus

Nachricht 28. August 2013

Preisverleihung am 18. September 2013 in Hamburg

Mit dem Robert Geisendörfer Preis, dem Medienpreis der evangelischen Kirche, werden im Jahr 2013 insgesamt sechs Produktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Allgemeine Programme“ werden jeweils zwei Preise für Hörfunk- und Fernsehsendungen, in der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Außerdem wird der Sonderpreis der Jury 2013 verliehen.

Die Preisverleihung findet am 18. September 2013 in Hamburg in Kooperation mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) statt, dabei begründen die beiden Jurys ihre Entscheidungen. Die ausgezeichneten Programme werden in Ausschnitten vorgeführt.

 Die Jury „Allgemeine Programme“ des Robert Geisendörfer Preises unter Leitung des Vorsitzenden, Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, zeichnet folgende Produktionen aus:

Hörfunk

Oops, wrong planet!

An Gesine Schmidt (Buch) und Walter Adler (Regie)

Deutschlandfunk 2012, Redaktion: Hörspiel, verantwortl. Redakteurin: Elisabeth Panknin, Koproduktion: WDR; Begründung der Jury: Das Hörspiel beruht auf lyrischen Texten und Interviewaussagen von autistischen Menschen. Ein Hörerlebnis, das fremde Innenwelten sprachlich und musikalisch erfahrbar macht. Mit dem Vertrauen auf die Wucht der Originaltexte und durch die Sensitivität der Musik-Text-Collage entsteht eine tastende Annäherung an den ‚wrong planet.’

Sechs Tage – sechs Länder. Leben in Zeiten der Eurokrise

An Peter Heilbrunner, Edgar Heinz (verantwortl. Redakteure), stv. für das Team

SWR 2012, Redaktion: SWR 3/Chefredaktion Hörfunk; Begründung der Jury:

Die 18 kleinen Hörstücke aus sechs Ländern sind farbig gestaltete Facetten eines Kaleidoskops, das Ausmaß und Tiefe der Eurokrise erlebbar macht. Das Hörfunk-Projekt zeigt, wie kluge Programmpolitik auch in einer Popwelle Informationen unterbringt, die gleichsam nebenbei den Blick öffnen für einzelne Menschen, andere Länder, politische Strukturen und Zusammenhänge.

Fernsehen

Blaubeerblau

An Beate Langmaack (Buch ) und Rainer Kaufmann (Regie)

BR 2012, Redaktion: Reihen und Mehrteiler, verantwortl. Redakteurin: Stephanie Heckner; Produktion: Polyphon, Berlin, Koproduktion: MDR/Degeto; Begründung der Jury: Im Rahmen der ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“ ist es dem Film gelungen, das Thema Sterben mit Witz und Heiterkeit zu präsentieren. Hinreißend spielt Devid Striesow einen Architekten, der sich an dem ‚Arbeitsplatz’ Hospiz zurechtfinden muss. Und uns dabei hilft, Antworten auf Fragen zu finden, die der Gedanke an den Tod auslöst.

Der Fall Jakob von Metzler

An Jochen Bitzer (Buch) und Stephan Wagner (Regie), Robert Atzorn (Schauspieler)

ZDF 2012, Redaktion: HR Fernsehfilm I, verantwortl. Redakteurinnen: Caroline von Senden und Katharina Dufner; Produktion: teamWorx, Berlin; Begründung der Jury: Der Entführungsfall warf 2002 eine elementare Frage auf: Steht das Leben des Opfers über dem Recht des Täters? Das Dokumentarspiel und sein Hauptdarsteller Robert Atzorn lassen dem Zuschauer bei seiner Urteilsfindung reichlich Spielraum für innere Revisionsprozesse. Vor allem diese Offenheit macht den Film über alle Zweifel erhaben.

Kinderfernsehpreis

Die Jury „Kinderprogramme“ des Robert Geisendörfer Preises verleiht unter Leitung des Vorsitzenden, Pfarrer Bernd Merz, folgende Preise:

Federica – Keine Angst vor Toten (Aus der Reihe: Schau in meine Welt)

An Michael Maack (Buch und Regie)

MDR 2012, Redaktion: Kinder/Soziales, verantwortl. Redakteur: Ralf Fronz, Produktion: Saxonia Entertainment, Leipzig; Begründung der Jury: Die Reportage gibt einem außergewöhnlichen Mädchen eine Stimme: Die Familie der ungewöhnlich eloquenten und reflektierten Titelheldin betreibt ein Beerdigungsinstitut. Der Film vermittelt auf angenehm beiläufige Art, dass der Tod zum Leben gehört.

Die Schöne und das Biest

An Marcus Hertneck (Buch) und Marc-Andreas Bochert (Regie)

ZDF 2012, Redaktion: Kinder und Jugend, verantwortl. Redakteure: Irene Wellershoff, Götz Brandt; Produktion: Provobis Film, Berlin/Metafilm, Wien; Begründung der Jury: Der meisterlich inszenierte Märchenfilm von der Erlösung des Bösen durch die Liebe ist nicht nur spannend erzählt, sondern auch grandios in Szene gesetzt. In einer gelungenen Einheit von Text, Regie und Kamera werden der Witz und die Stimmungen dieses alten Volksmärchens eindrucksvoll gestaltet.

Der Sonderpreis der Jury 2013

für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen geht an

Angela Fitsch für das Redaktionsteam von „hr2-Der Tag“

Begründung der Jury:

Während die Radiosender ringsum immer mehr vom Gleichen senden, macht die Redaktion von „Der Tag“ beim HR täglich eine Sendung, die die Schnelligkeit des Mediums Radio nutzt, um umfassend und hintergründig über aktuelle Themen zu informieren. Die Redaktion beleuchtet das jeweilige Thema jeden Tag in gut 50 Minuten aus vielen unterschiedlichen, manchmal auch überraschenden Blickwinkeln. Die Redakteure gehen in die Tiefe und setzen in ihrer Sendung ein Mosaik zusammen, das die Sehnsucht vieler Zuhörer nach umfassender Information und Einordnung stillt.

Das Redaktionsteam von „hr2-Der Tag“ wird die Auszeichnung persönlich in Empfang nehmen.

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Mit dem Robert Geisendörfer Preis werden jährlich in der Kategorie „Allgemeine Programme“ zwei Fernseh- und zwei Hörfunkproduktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Der Kinderfernsehpreis wird von der Wolfgang und Gerda Mann Stiftung – Medien für Kinder gestiftet. Öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Ausgezeichnet werden Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Darüber hinaus vergibt die Jury „Allgemeine Programme“ einen Sonderpreis für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen.

Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis ist undotiert.

Hannover, 29. August 2013

Pressestelle der EKD

Reinhard Mawick