Diakonie und Kirche holen Demenz-Kunstprojekt nach Aurich

Nachricht 26. August 2013

Aurich (epd). Die evangelische Kirche und ihre Diakonie holen die Wanderausstellung "Kunst trotz(t) Demenz" nach Aurich. Dabei setzten sich mehr als 100 Kunstwerke von 34 teils selbst betroffenen zeitgenössischen Künstlern aus Deutschland mit der Krankheit auseinander, kündigte am Montag der Auricher Superintendent Tido Janssen an. Einige der Zeichnungen, Gemälde, Fotografien und Skulpturen stammen von Künstlern wie Joseph Beuys, Madeleine Dietz und Jörg Immendorff.

Die Schau soll an diesem Mittwoch in der Ubbo-Emmius-Klinik eröffnet werden. Weitere Exponate sind in der Lambertikirche zu sehen. Ein Begleitprogramm mit Vorträgen und Diskussionsrunden wird die Ausstellung ergänzen.

Mit dem Projekt wollen die Initiatoren auf die Situation demenzkranker Menschen und ihrer Angehörigen aufmerksam machen. Die Wanderausstellung wurde 2009 von der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau erarbeitet und war seither in vielen Städten zu sehen. Derzeit wird sie noch in der Marktkirche in Hannover gezeigt.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums leben derzeit etwa 1,1 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl Prognosen zufolge auf rund 1,7 Millionen erhöhen. Die meisten Erkrankten leben in den eigenen vier Wänden und werden von pflegenden Angehörigen versorgt.

Demenz ist ein langsamer Prozess, der zum Orientierungsverlust führt und sich über Jahre erstreckt. Es kommt zu chronisch fortschreitenden, degenerativen Veränderungen des Gehirns. Bei den Betroffenen verschlechtern sich die Gedächtnisleistung, das Denkvermögen und die Urteilsfähigkeit. Die Erkrankungszahlen steigen mit dem Alter.

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