Kirche in Garbsen brennt komplett aus - Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Nachricht 29. Juli 2013

Garbsen/Hannover (epd). In Garbsen bei Hannover ist in der Nacht zu Dienstag die evangelisch-lutherische Willehadi-Kirche mit ihrem Gemeindehaus komplett ausgebrannt. Der Schaden beläuft sich nach Angaben eines Kirchensprechers auf rund eine Million Euro. Mehr als 140 Feuerwehrleute waren bis zum frühen Morgen im Einsatz, sagte Ortsbrandmeister Rüdiger Kauroff. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung. Bereits vor einer Woche war auf einer Baustelle neben der Kirche ein Haufen mit Glaswolle in Brand gesetzt worden.

"Wir sehen keine gegen die Kirche gerichtete Aktion", sagte Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Der Brand sei vermutlich in Zusammenhang mit einer Serie kleinerer Brände an Papiercontainern oder Hecken im Gebiet von Garbsen zu sehen. "Das sind Leute, die Spektakel wollen - das ist das Erschreckende."

Anwohner hatten einem Polizeisprecher zufolge gegen ein Uhr nachts den Brand gemeldet. Das Feuer breitete sich vom Gemeindehaus aus, das gerade abgerissen wurde und neu gebaut werden soll. Das Haus stand bereits bis zum Dach komplett in Flammen, als die Feuerwehr eintraf. "Es wurde eine Bauruine angezündet, aber das Feuer griff dann leider auf die Kirche über", sagte Pastorin Renate Muckelberg. Zunächst zerbarsten die Fenster der 1969 eingeweihten Kirche, dann fraßen sich die Flammen ins Innere des Sakralgebäudes hinein. Der Raum ist komplett zerstört, nur noch ein Teil der Außenmauern steht.

"Es ist für uns eine Katastrophe", sagte Muckelberg. Die Gemeinde habe sich verkleinern wollen, aber die Kirche sollte bleiben. "Jetzt steht sie da und ist nicht mehr zu gebrauchen." Die Veranstaltungen sollen jetzt teilweise bei der katholischen Nachbargemeinde stattfinden, bis neue Räume wiederaufgebaut sind. Für den Abend lud die Pastorin zu einer Trauerandacht ein.

Bürgermeister Alexander Heuer (SPD) sagte, eine Katastrophe dieses Ausmaßes sei in Garbsen bisher noch nicht vorgekommen. Die Stadt wolle verstärkt Straßensozialarbeiter einsetzen, die sich um Jugendliche kümmern sollen.

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