Religionsführer unterstützen den Schutz von Vertriebenen

Nachricht 28. Juli 2013

Neben anderen religiösen Gruppen hat der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) zur Formulierung einer Erklärung beigetragen, die den stärkeren Schutz von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und Staatenlosen auf der ganzen Welt – insgesamt über 40 Millionen Erdbewohner – zum Ziel hat.

In der Erklärung heißt es: „Einer der zentralen Werte meines Glaubens ist, die Fremde, den Flüchtling, die Binnenvertriebene, den Anderen gastfreundlich aufzunehmen. Ich behandle ihn oder sie, wie ich selbst behandelt werden möchte. Ich werde Andere, ja auch Leitungsverantwortliche meiner Glaubensgemeinschaft dazu anhalten, sich ebenso zu verhalten.“
Der Titel der Erklärung lautet Fremde gastfreundliche aufnehmen – Selbstverpflichtungen von Religionsführerinnen und Religionsführern. Die Erklärung basiert auf Werten, die in allen Religionen zu finden sind, unter anderem in Christentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam und Judaismus. Sie wurde am 12. Juni in Genf in der Schweiz vorgestellt.

Die Erklärung wurde letztes Jahr in einer vom Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge einberufenen Konferenz in Genf empfohlen. Die Konferenz brachte Religionsführerinnen und Religionsführer, religiöse humanitäre Organisationen und Regierungsvertreter in einer Diskussion zum Thema „Glaube und Schutz“ zusammen.

Unter den Organisationen, die zur Entwicklung der Erklärung beitrugen, befanden sich neben dem ÖRK auch das Büro des Erzbischofs von Canterbury, der Jesuit Refugee Service, das Oxford Centre for Hindu Studies, die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien, der Lutherische Weltbund, die World Evangelical Alliance und World Vision International.
Sydia Nduna, Leiterin des ÖRK-Projekts Migration und soziale Gerechtigkeit, sagte: „Der ÖRK ist schon immer den Interessen von Flüchtlingen, Vertriebenen und Arbeitsmigranten verpflichtet gewesen, und hat in den letzten Jahrzehnten bei der Formulierung einiger zentraler Erklärungen der Vereinten Nationen eine wichtige Rolle gespielt.“

Sie fügte hinzu, dass die „Heiligkeit allen menschlichen Lebens und der Schöpfung“ im christlichen Glauben eine zentrale Stellung einnehme. Diese Erklärung, so Nduna, rufe Religionsführerinnen und -führer auf, inklusive Gemeinschaften zu schaffen, die Menschen willkommen heißen, ohne Ansehen ihres Alters, ihrer Fähigkeiten, ihren Geschlechts, ihrer sozialen Klasse, ihrer Kaste, ihrer Nationalität und ihrer Rasse.

„Unser christlicher Glaube verpflichtet uns sicherzustellen, dass das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die persönliche Sicherheit des Menschen sowohl im Gesetz als auch vor den Institutionen gewährleistet werden.“

Das ÖRK-Projekt Migration und soziale Gerechtigkeit innerhalb des Programms Gerechte und integrative Gemeinschaften wird eine theologische Erklärung mit dem Titel Der Andere ist mein Nachbar: Eine ökumenische Antwort auf Migration entwickeln veröffentlichen. Diese Erklärung soll im Oktober während der 4. Internationalen Beratung der Kirchen mit Migranten in New York veröffentlicht werden, welche in Verbindung mit dem Dialog auf hoher Ebene zu Migration und Entwicklung der Vereinten Nationen veranstaltet wird