Wassergerechtigkeit

Nachricht 23. Juli 2013

Konsultation des Ökumenischen Wassernetzwerkes ÖWN fordert Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung für alle

Eine Erklärung, die im Rahmen der Konsultation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) veröffentlicht wurde, ruft Kirchen, Regierungen und die Vereinten Nationen dazu auf, sich für einen allgemeinen Zugang zu Wasser, Sanitärversorgung und Körperpflege einzusetzen und dem Zugang zu Wasser auf ihren Tagesordnungen ab 2015 hohe Priorität einzuräumen.

Die Kirche müsse "in der Gesellschaft eine Katalysatorfunktion bei der Formulierung einer inspirierenden und gemeinsamen Vision für Wassergerechtigkeit übernehmen", heißt es in der Erklärung mit dem Titel "Gott, führe uns durch Wassergerechtigkeit zu einem Leben in Fülle und zu Frieden".

Die Erklärung wurde von vierzig Kirchenleitenden, Theologen, Wissenschaftlern und Aktivisten verfasst, die vom 10. bis 12. Juni zu der strategischen Konsultation des Ökumenischen Wassernetzwerks (ÖWN) des ÖRK in Berlin zusammengekommen waren. Gastgeber der Konsultation war das kirchliche Hilfswerk Brot für die Welt aus Deutschland.

In der Erklärung werden Regierungen und die internationale Gemeinschaft aufgerufen, ihr Engagement für "die Sicherung eines allgemeinen Zugangs zu sicherer Trinkwasserversorgung, zu Einrichtungen zum Händewaschen und zu Sanitäreinrichtungen zuhause auch für arme Menschen und andere von der Gesellschaft ausgegrenzte Gruppen bis 2030" zu bekräftigen.

In ihrer Eröffnungsrede erinnerte Pastorin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, an den Beitrag, den das Hilfswerk gemeinsam mit anderen ökumenischen Organisationen zur Gründung des ÖWN geleistet hat. Sie sicherte ihre Unterstützung für die Arbeit des ÖWN und die Ergebnisse der Konsultation zu.

"Wasser ist ein öffentliches Gut, auf das kein Besitzrecht erhoben werden kann, denn von einem solchen Recht kann Gebrauch gemacht werden, aber es kann auch missbraucht werden", betonte Maria Francisca Ize-Charrin von WaterLex. Aus diesem Grund, fügte sie hinzu, "ist es aus menschenrechtlicher Sicht inakzeptabel, dass sich private Unternehmen Wasservorkommen aneignen und das Recht der vor Ort lebenden Menschen und zukünftiger Generationen auf Wasser dabei nicht berücksichtigt wird."

Laut ÖWN-Koordinator Dinesh Suna gab die Konsultation eine "klare Richtung" vor und empfahl konkrete Schritte für das Engagement der Kirchen für Wassergerechtigkeit und das Menschenrecht auf Wasser. "Wir sehen zahlreiche Möglichkeiten, mit Blick auf die Themen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene etwas zu der Agenda für die Entwicklungspolitik nach 2015 beizutragen", so Suna.