Kulturausblick Jubiläumsprogramm Kloster Loccum

Nachricht 15. Juli 2013

Kästner und Bach oder literarische Pilgerfahrten und Orgelmusik / Ein vielfältiges Kulturprogramm an den nächsten beiden Wochen im Kloster Loccum

LOCCUM: „Es gibt nichts Gutes außer: man tut es“ – die Erich Kästner-Revue zeigt am Sonnabend Gedichte, Geschichten und Chansons des berühmten Schriftstellers. Collegium Vocale Hannover, die Hannoversche Hofkapelle und namhafte Solisten präsentieren unter der Leitung von Florian Lohmann bachsche Kantaten sowie die lutherische Messe in g-Moll.

In seiner literarischen Pilgerfahrt hat Jürgen Stenzel einem abwechslungsreichen Abend mit unterschiedlichen Texten zum Thema Pilgern zusammengestellt. Sonntag spielt Tillmann Benfer in der Musik zur Einkehr sein Können auf der Seifert-Orgel der Stiftskirche Loccum.

20. | Sa | 19.30 Uhr | Es gibt nichts Gutes außer: man tut es | Eine Erich- Kästner-Revue

Refektorium, Kloster Loccum
„Es gibt nichts Gutes außer: man tut es“ – in diesem Epigramm formulierte Erich Kästner seine Lebensphilosophie. Der Poet aus Dresden in Sachsen war ein Vernunftmensch voller Skepsis, ein Aufklärer ohne Hoffnung, ein Pessimist mit pädagogischen Neigungen: deswegen schrieb er besonders gern für Kinder. Mit seinen Kinderbüchern würde er zu einem der populärsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Und doch gehörten seine Bücher zu den ersten, die auf den Scheiterhaufen der Nazis verbrannt wurden. Mit einer unnachahmlichen Mischung aus Poesie und Sachlichkeit schrieb er Gedichte, die zum Grundbestand deutscher Lyrik gehören. In der Loccumer Erich-Kästner-Revue sind Gedichte, Chansons und Lebenszeugnisse von Kästner zu einem Porträt des Autors vereinigt.

21. | So | 17.30 Uhr | Wachet auf, ruft uns die Stimme - J. S. Bach | Collegium vocale Hannover, Hannoversche Hofkapelle und Solisten

Stiftskirche Loccum
Florian Lohmann und sein Collegium Vocale Hannover sind die Newcomer der niedersächsischen Chorszene. Alles, was das junge Ensemble musikalisch berührt, scheint neu zu erblühen. Dynamik, Intonation, Interpretation. In der Stiftskirche widmet sich das Ensemble gemeinsam mit der Hannoverschen Hofkapelle und namhaften Solisten dem Kantatenwerk von Johann Sebastian Bach.

Collegium Vocale und die Hannoversche Hofkapelle führen die Kantaten "Wachet auf, ruft uns die Stimme",BWV 140, "Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir", BWV 131, und die Lutherische Messe in g-Moll, BWV 235, auf.

27. | Sa | 19.30 Uhr | Und das Dort ist niemals hier | Literarisch-musikalische Pilgerfahrten

Refektorium, Kloster Loccum
Unser Erdball ist mit Pilgerwegen überzogen wie ein unendlich dicht gesponnener Kokon. Millionen von Menschen überwinden bis zum heutigen Tag riesige Strecken, um zu geweihter Stätte zu gelangen: Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela, Jasna Gora, Mekka, den Ganges und unzählbare andere Orte, auch solche von halb- oder nichtreligiöser Bedeutung. Pilgerschaft wird aber nicht nur als Wallfahrt zum geheiligten Ort begriffen, sondern als Unterwegssein schlechthin, und so zum Gleichnis der menschlichen Existenz, die auf Erden „keine bleibende Stadt“ (Hebr. 13,14) hat. Der musikalisch-literarische Abend versammelt sehr unterschiedliche literarische Texte, erzählende und lyrische, in denen Pilgerschaft – nach der Schillerschen Maxime: „Und das Dort ist niemals hier!“ – das tragende Motiv ist. Die meisten entstammen der deutschen Literatur. Den Lesungen werden ergänzt durch Klavierstücke jener Sammlung, der ihr Komponist Franz Liszt die Überschrift „Années de Pèlerinage“ gegeben hat.

28. | So | 17.30 Uhr | Musik zur Einkehr | Tillman Benfer, Orgel
Stiftskirche Loccum

Als Kirchenmusikdirektor hat Tillmann Benfer die Verantwortung für die Kirchenmusik im Dom zu Verden. Seit 1990 hat er außerdem einen Lehrauftrag im Fachbereich Musik an der Hochschule für Künste Bremen im Fach Künstlerisches Orgelspiel im Orgelpark Amsterdam.

Das Programm in der Stiftskirche Loccum ist eine musikalische Begegnung zwischen Musik aus der Zeit der ersten Mehrstimmigkeit, der Orgelperfektion Bachs und der faszinierenden Klangwelt der französischen Spätromantik. Dabei spielt Benfer unter anderem Werke von Jehan Alain, Francisco Correa de Auraxo, Charles-Marie Widor, Johann Sebastian Bach oder Maurice Duruflè.