Jugendliche aus Deutschland und Russland erinnern an Kriegsgefangene

Nachricht 12. Juli 2013

Sandbostel/Kr. Rotenburg (epd). Mit selbstgebrannten Tontafeln wollen Jugendliche aus Bremervörde und dem sibirischen Tjumen an das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener im ehemaligen Lager Sandbostel erinnern. Dazu recherchieren sie in der nächsten Woche auf dem Gelände des ehemaligen NS-Kriegsgefangenlagers bei Rotenburg/Wümme zur Geschichte der Opfer, sagte der Leiter der Gedenkstätten, Andreas Ehresmann, am Freitag. Die Namen werden auf die Tafeln gebrannt. Sie sollen eine Gedenktafel ergänzen.

Die 30 Jugendlichen werden dabei ein Projekt fortführen, dass andere Gruppen bereits begonnen haben. Sie werden zudem eine Präsentation zur Geschichte der sowjetischen Kriegsgefangenen erarbeiten. Diese soll in den russischen Heimatorten der Jugendlichen ausgestellt werden.

Während des Zweiten Weltkrieges zählte Sandbostel zu den größten Kriegsgefangenenlagern der Wehrmacht. Zwischen 1939 und 1945 waren dort Hunderttausende Menschen aus mehr als 55 Nationen interniert. Im "Stalag X B", wie es offiziell hieß, wurden viele Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge ermordet oder starben an Seuchen, Durst und Hunger.

Die Gedenkstätte ist von Mai bis Oktober montags bis freitags zwischen 9 Uhr und 16 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 13 Uhr bis 18 Uhr.

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