Diakonie: Evangelische Träger bieten rund 70 Prozent mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren

Nachricht 11. Juli 2013

Berlin, 12. Juli 2013 Die Diakonie Deutschland begrüßt ausdrücklich, dass es ab 1. August 2013 für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung gibt. "Ein verbindliches Bildungs- und Betreuungsangebot von Anfang an sichert Teilhabe und Bildungschancen für alle Kinder. Es leistet einen erheblichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ermöglicht Eltern die Wahl, ob und in welchem Umfang sie eine Förderung in einer Kindertageseinrichtung in Anspruch nehmen möchten", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland am Freitag in Berlin.

Die aktuellen Zahlen machten deutlich, dass das Betreuungsangebot am Stichtag nicht überall der Nachfrage entsprechen werde. Gerade in westdeutschen Großstädten werde es zu Engpässen kommen. "Diese Engpässe durch Überbelegung der Krippengruppen, Platzsharing und Flexibilisierung von Betreuungszeiten zu überbrücken, geht zulasten der Qualität und kann keine Lösung sein. Gerade für die Kleinsten brauchen wir die beste Betreuung. Dies müssen unbedingt Ausnahmen bleiben, die eng zeitlich begrenzt werden", betont Loheide. "Evangelische Träger haben sich nach Kräften an dem Ausbau der Angebote für Kinder unter drei Jahren und der Sicherung des Rechtsanspruchs beteiligt und ihre Plätze fast um 70 Prozent erweitert."

Der wachsende Fachkräftemangel werde zu einem immer größeren Problem für die Träger. Nach Ansicht der Diakonie bedarf es einer politischen Gesamtstrategie, um vor allen Dingen die Qualität der frühkindlichen Bildung zu sichern. Kleinere Gruppen und eine deutliche Verbesserung der Personalausstattung seien nötig.
Dafür werde eine sichere und auskömmliche Finanzierung gebraucht. "Die Diakonie erwartet vom Bund, dass die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen und die Umsetzung des Rechtsanspruches gemeinsam mit den Ländern und Kommunen verbindlich und ausreichend geklärt werden. Punktuelle Finanzspritzen in Form von Investitionsmitteln und Projektförderungen reichen nicht aus", sagt Loheide.

Mit 500.000 Plätzen in 8.212 Kindestagesstätten und 71.632 Beschäftigten sind die evangelisch-diakonischen Träger die zweitgrößten Anbieter von Kindertagesbetreuung (Stand 2010).

Kontakt: Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin

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