Seelsorge nach Flut-Erfahrung

Nachricht 06. Juli 2013

Dessau/Bleckede (epd). Christliche Gemeinden können nach Ansicht des anhaltischen Kirchenpräsidenten Joachim Liebig beim Abbau der traumatischen Folgen des Juni-Hochwassers helfen. Mit Blick auf Gedenkveranstaltungen nach der Flut 2002 sagte Liebig dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dessau-Roßlau, bedeutsam sei offenbar auch eine regelmäßige Form der Erinnerung. Wenn die Kirchengemeinden dabei einen Ort für die existenziellen Fragen einer solchen Erfahrung bieten könnten, wären sie Zentren der fortdauernden Seelsorge und damit unersetzbar für den Dienst an den Menschen.

Erst im Abstand zu der akuten Katastrophe werde das gesamte Ausmaß deutlich, betonte Liebig. In einigen Gebieten sei das Wasser noch längst nicht abgeflossen. In Einzelfällen würden Menschen gewiss für den Rest ihres Lebens traumatisiert sein. Manche hätten sogar Pläne, den Wohnort mit der Nähe zum Wasser gänzlich zu verlassen.

Überrascht habe ihn während des Hochwassers "die überwältigende Zahl von Menschen, die zur Hilfe in ganz unterschiedlicher Weise bereit waren". Vor allem die Zahl der jungen Menschen lasse die immer wieder geäußerte Meinung, Jugendliche seien nicht belastbar, als ein unbegründetes Vorurteil erscheinen.

Die Landeskirche Anhalts mit rund 42.000 Mitgliedern ist die kleinste unter den 20 Landeskirchen in Deutschland. Durch ihr Gebiet fließen Elbe und Saale. Liebig war bis 2008 Superintendent in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe und Synodenpräsident der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

epd-Gespräch: Karsten Wiedener

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