Experten sehen Kirchen bei Klimaschutz in der Pflicht

Nachricht 27. Juni 2013

Hannover (epd). Der Klimaschutz sollte Experten zufolge innerhalb der Kirchen eine größere Rolle spielen. "Wir haben viele Möglichkeiten in dieser Hinsicht besser zu werden", sagte Reinhard Benhöfer, Fachreferent für Umweltschutz bei der hannoverschen Landeskirche, am Donnerstagabend in Hannover. Benhöfer sprach bei einer Podiumsdiskussion der Volkswagenstiftung mit Religionswissenschaftlern über das Verhältnis von Glaube und Umweltschutz.

Die Kirchen müssten beim Klimaschutz bei sich selbst beginnen, sagte Benhöfer. "Auch die Landeskirche Hannovers hat ihren Anteil am Klimawandel." So gehe etwa beim Beheizen von Kirchen für Weihnachtsgottesdienste viel Energie verloren, weil die Gebäude oft nicht gut gedämmt seien. Zudem müsse der Papierverbrauch der Kirche deutlich reduziert werden, forderte der Referent im evangelischen "Haus kirchlicher Dienste".

Im vergangenen Jahr habe die hannoversche Landeskirche deshalb ein "Klimaschutzkonzept" vorgelegt. "Bis 2015 wollen wir unseren Ausstoß von Treibhausgasen um 25 Prozent senken", sagte er. Demnächst solle es zudem ein gemeinsames Umweltmanagement der hannoverschen und der braunschweigischen Landeskirche mit dem katholischen Bistum Hildesheim geben.

Christen müssten enger mit Umweltschützern zusammenarbeiten, forderte der hannoversche Religionswissenschaftler Sigurd Bergmann. Es gebe viele Gemeinsamkeiten. Beide Gruppen böten etwa Alternativen zu rein wirtschaftlichen Sichtweisen. "Im Kapitalismus wird der Geldwert aller Dinge betont", kritisierte Bergmann, der an der Technischen Universität im norwegischen Trondheim lehrt. Religion und Umweltschützer mahnten dagegen an, die Natur dürfe nicht ausgebeutet werden.

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