Landessynode nimmt Stellung zu Bioenergie

Nachricht 01. Juni 2013

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche setzt auf Kirchenland ein Signal gegen den überzogenen Maisanbau. Die Landessynode empfiehlt den Gemeinden, auf ihrem Pachtland den Umbruch von weiterem Grünland für den Anbau von Energiepflanzen nicht zuzulassen. Die Kirchen- und Kapellengemeinden hätten neben der Schöpfungsverantwortung auch ein Interesse am Werterhalt ihrer Flächen, sagte Bettina Siegmund vom Umweltausschuss am Sonnabend vor dem Kirchenparlament in Hannover.

Siegmund appellierte an die Gemeinden, entsprechende Musterverträge zu nutzen. In Niedersachsen werde auf knapp elf Prozent der Ackerfläche Energiemais angebaut. In einigen Regionen werde dabei das umweltverträgliche Maß überschritten, sagte die promovierte Agraringenieurin: "Man kann Mais durchaus nachhaltig anbauen. Es ist ein Problem der Menge und Intensität."

Zu den Folgen des Maisanbaus auf immer größeren Flächen und in immer kürzere Abfolge zählten die Belastung von Boden und Grundwasser durch Düngemittel und steigende Preise für Nahrungsmittel. Fast 1.500 Biogasanlagen in Niedersachsen produzierten 30 Prozent des deutschen Biogases, sagte Siegmund. Zumeist gehörten sie zu landwirtschaftlichen Betrieben.

Durch die Förderung erneuerbarer Energien seien die Anlagen ökonomisch attraktiv und keineswegs verwerflich. Aber eine nachhaltige Biogasproduktion brauche Regelungen. So sollte die Verwendung von Resten landwirtschaftlicher Produktion dem gezielten Anbau von Energiepflanzen vorgezogen werden. Es müsse insgesamt darauf geachtet werden, dass weiter genügend Nahrungsmittel produziert werden.

Die Synode nimmt mit ihrer Stellungnahme eine Anfrage aus dem evangelischen Kirchenkreis Rhauderfehn auf. Der Kirchenkreistag hatte die Synode aufgefordert, sich generell gegen die Verwendung von Lebensmitteln zur Herstellung von Agrokraftstoffen auszusprechen. Dem folgt das Synodenpapier nicht.

Die Verwendung von Lebensmitteln für die Energieproduktion generell zu verbieten, sei nicht sinnvoll, sagte Siegmund. Es bestehe dann die Gefahr, dass alternativ Energiepflanzen angebaut würden, die für die Ernährung nicht geeignet sind.

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