Zukunft der Konföderation

Nachricht 31. Mai 2013

Hannover (epd). Die hannoversche Landessynode will an der Idee einer gemeinsamen Kirche in Niedersachsen festhalten. Sie begrüßte am Sonnabend in Hannover die Bereitschaft der vier anderen evangelischen Kirchen, die Konföderation in abgespeckter Form weiterzuführen. Gleichzeitig behält sie sich die Möglichkeit vor, ihre Mitarbeit in dem Gremium zu kündigen. Eine endgültige Entscheidung will das Kirchenparlament bei seiner nächsten Tagung im November treffen, beschloss die Synode einstimmig.

Im Gegensatz dazu hatten sich die Kirchen von Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche in den vergangenen Tagen bereits dafür ausgesprochen, die Konföderation verschlankt fortzuführen. Ein Vertragsentwurf dazu liegt allen fünf Mitgliedskirchen vor. Er soll bis zum Herbst von den jeweiligen Synoden endgültig verabschiedet werden. Danach soll das Parlament des Gremiums künftig ersatzlos wegfallen. Mit der Konföderation vertreten die Kirchen ihre Interessen gegenüber dem Land.

Der Synodale Rolf Bade sagte, inhaltlich unterschieden sich der gemeinsame Vertragsentwurf der fünf Kirchen und der Kündigungsentwurf der hannoverschen Landessynode nicht. In beiden Fällen sollen zum Beispiel gemeinsame Kirchengesetze künftig von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) oder den fünf einzelnen Landessynoden beschlossen werden statt wie bisher von der konföderierten Synode. Der zehnköpfige Rat, dem die leitenden Theologen und Juristen der fünf Kirchen angehören, soll gestärkt werden.

Deutliche Differenzen gebe es aber bei der Gestaltung. Da die Hannoveraner das Ziel einer gemeinsamen evangelischen Kirche in Niedersachsen weiter verfolgten, könne der Vertragsentwurf nur ein Zwischenschritt sein, betonte Bade. Er sei deshalb zeitlich zu befristen und fortlaufend zu evaluieren. Die Synode sprach sich für eine Frist von zehn Jahren aus. Im Entwurf heißt es bisher: "Dieser Vertrag ist unbefristet." In den nächsten Monaten sollen darüber weitere Gespräche mit den anderen Kirchen geführt werden.

Vor vier Jahren war der Versuch, eine einheitliche Kirche auf den Weg zu bringen, am Widerstand der kleineren Kirchen gescheitert. Seitdem beraten die fünf Kirchen im Land, wie sie ihre Gemeinschaftsaufgaben künftig wahrnehmen wollen. Sie repräsentieren zusammen vier Millionen Mitglieder.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen