Landesbischof mahnt zu Besonnenheit in der Forschung

Nachricht 18. Mai 2013

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat zu mehr Besonnenheit im Umgang mit wissenschaftlichem Fortschritt aufgerufen. Die Frage, welche Entwicklungen und Forschungen strikt untersagt werden sollten, könnte in Zukunft immer öfter gestellt werden, sagte Meister am Pfingstsonntag in der Marktkirche in Hannover. "Wer glaubt, diese Frage sollte ausschließlich im wissenschaftlichen Bereich entschieden werden, der baut einen neuen babylonischen Turm."

In einem Experiment war es kürzlich US-Forschern gelungen, menschliche Stammzellen aus einem eigens geklonten Embryo zu gewinnen. Die Gewinnung der Stammzellen ist in Deutschland verboten. Ein Import menschlicher embryonaler Stammzelllinien ist unter strengen Auflagen erlaubt. "Die Debatte um den Umgang mit dem menschlichen Klonen hat erneut die Frage aufgeworfen, wo setzen wir dem menschlichen Tun auch in der Wissenschaft eine Grenze?", sagte Meister.

Der Bischof setzte sich dafür ein, dass an der Diskussion nach biblischem Vorbild "lebenserfahrene Menschen mit Kenntnissen und mit Anerkennung innerhalb des Volkes" beteiligt werden. Entscheidend sei, dass bei der Bewertung von wissenschaftlichen Entdeckungen diese Personen weder für sich selbst noch für eine Interessengruppe sprächen, sondern einem anderen Geist verpflichtet seien.

In der Diskussion um das jüngste Klon-Experiment hatten Naturwissenschaftler, Politiker und Kirchenvertreter vor Versuchen gewarnt, Menschen zu klonen. Sie hatten sich für ein weltweites Verbot ausgesprochen.

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