Bischof Meister ruft zu Ostern zu mehr Mitgefühl für Notleidende auf

Nachricht 30. März 2013

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat in seiner Osterpredigt zu mehr Mitgefühl und Mitmenschlichkeit aufgerufen. Menschen sollten die Not der anderen nicht allein mit Vernunft, sondern auch mit dem Gefühl wahrnehmen. Während Filme viele zu Tränen rührten, weine kaum jemand über die Ungerechtigkeit der Güterverteilung in der Welt, hungernde Menschen, Armut oder den grausamen Bürgerkrieg in Syrien. "Was fällt uns nicht alles ein, über das keine einzige Träne vergossen wird, obwohl es doch zum Heulen ist", sagte der evangelische Bischof am Ostersonntag in der Marktkirche in Hannover.

"Ich glaube, der Weg zu einer humaneren Gesellschaft wird immer ein Weg bleiben, der auch mit Tränen geschrieben wird", sagte Meister laut Redemanuskript. Mit Tränen liefere man sich mehr aus, als mit tausend Worten. Es gebe vermutlich kein richtiges und kein falsches Weinen. Doch stimme es nachdenklich, "worüber wir Tränen vergießen, und welche Fragen wir versuchen, mit vernünftigen oder unvernünftigen Argumenten, quasi emotionslos, zu bedenken".

Die Ostergeschichte nehme die Trauer über den Tod Jesu ernst. Mit seiner Auferstehung mache sie zugleich Hoffnung. Von dieser Hoffnung müssten Christen auch heute sprechen, sagte der Bischof: "Wir schulden dieser Welt die Weitergabe unserer Osterfreude, wir schulden ihr unseren Glauben." Dies gelte besonders, wenn die Zukunftsangst steige, das Lebensvertrauen schwinde, und sich vom Glauben geprägte Bewegungen in einer komplexen und individualistischen Sinnsuche verlören.

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