Solidarität mit "Menschen des Karfreitags" - Kirchen rufen zu Beistand für Opfer von Not und Gewalt auf

Nachricht 28. März 2013

Braunschweig/Hannover (epd). Solidarität mit Menschen am Rande der Gesellschaft und Einsatz gegen Not und Gewalt haben führende Kirchenvertreter in den Mittelpunkt ihrer Karfreitagsbotschaften gerückt. Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber rief dazu auf, Opfern von Gewalt und Unterdrückung zur Seite zu stehen. Viele Opfer lebten auch in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft, ohne dass ihr Leiden sofort erkennbar sei, sagte er laut Redemanuskript. Der Karfreitag erinnere an Menschen, um die es düster werde und die kein Licht mehr sähen: "Wir alle haben eine Vorstellung von Menschen des Karfreitags."

Mit Blick auf die Gewaltopfer in Syrien verurteilte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, in seiner Karfreitagsbotschaft Waffenlieferungen in das Bürgerkriegsland. "Neue Waffen in dieses Land zu geben, heizt die Gewalt an. Wo Waffen geliefert werden, entsteht der Sog nach immer neuen Waffen. Eine tödliche Spirale!", mahnte der Repräsentant von rund 24 Millionen Protestanten.

Auch der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm prangerte Gewalt, Unterdrückung und Ungerechtigkeit an. Am Karfreitag bekomme die Verzweiflung unzähliger Menschen eine Stimme, sagte Bedford-Strohm in der Nürnberger Sebalduskirche. An diesem Tag werde "das Leiden schonungslos zum Thema", bekräftigte ebenso der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge. Der Tag müsse deshalb Anlass sein, "gegen jede Form von Verrohung und Extremismus schon im Ansatz" vorzugehen.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, folgte mit einem Gottesdienst im Gefängnis dem Beispiel von Papst Franziskus, der an Gründonnerstag die traditionelle Fußwaschung in einer Jugendhaftanstalt zelebriert hatte.

Der Karfreitag verlange Menschen ab, sich den Fragen nach Leid, Not, Unrecht und Tod zu stellen und nach dem Sinn des Ganzen zu fragen, betonte der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz. In einer in vielen Bereichen "auf Hochglanz" polierten Gesellschaft sei es lohnenswert, sich von solchen Fragen treffen und erschüttern zu lassen.

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