Kircheneinweihung "Zum Guten Hirten" in Nordholz

Nachricht 08. März 2013
Kirche "Zum Guten Hirten" Cuxhaven
Foto: Dieter Sell

Nordholz/Kr. Cuxhaven (epd/red). Nach mehr als zehn Jahren weihen die Protestanten in Norddeutschland erstmals wieder eine neue Kirche ein: In Nordholz bei Cuxhaven ist nach Angaben der evangelischen Gemeindepastorin Sabine Ulrich in mehr als einjähriger Bauzeit ein Gotteshaus entstanden, das 921.000 Euro gekostet hat und auch architektonisch herausragt. "Hier ist alles rund, es gibt keine rechte Ecke", sagte die Theologin, die in Nordholz die Kirchengemeinde "Zum Guten Hirten" mit knapp 3.500 Mitgliedern versorgt. Der Neubau im Zentrum von Nordholz ersetzt eine alte Kirche am Ortsrand, die baufällig war und bereits 2011 entwidmet wurde.

Ein solcher Neubau sei mittlerweile ganz selten, bestätigte der Baudirektor der hannoverschen Landeskirche, Werner Lemke. Der vorerst letzte entstand 1999 mit der Eine-Welt-Kirche in Schneverdingen. Nordholz soll deshalb an diesem Sonntag vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister eingeweiht werden. Für die alte Kirche, die 1959 neben dem Marineflieger-Stützpunkt von Nordholz eröffnet worden war, bekam die Gemeinde noch 70.000 Euro. In ihrem ehemaligen Kirchenschiff werden jetzt fünf Wohnungen geschaffen.

Anfänglich war der Neubau noch umstritten, Kritiker mochten sich von der alten Kirche als Ort zahlreicher Taufen, Trauungen und Trauerfeiern nicht trennen. Aber mittlerweile werde das Projekt von vielen Menschen unterstützt, bilanzierte Ulrich. "Wir haben bereits Spenden in Höhe von 120.000 Euro bekommen." Sie sammelt aber weiterhin, denn noch fehlen im Kirchturm die Glocken, für die bisher kein Geld da war und die von der Gemeinde aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

In der zeitlos-schlicht gestalteten und lichtdurchfluteten Kirche sorgen Trennwände für ein flexibles Raumkonzept, selbst der Altar ist mobil. "Besucher sollen sich durch die Rundungen geborgen fühlen, so, als ob sie mit offenen Armen empfangen werden", erläuterte Architekt Heinrich Wiebusch. Ein zentrales Kreuz hat der schleswig-holsteinische Metallkünstler Hans-Dieter Schrader gestaltet. Die mit rund 700 Pfeifen ausgestattete Orgel stammt von Orgelbaumeister Rudolf Janke aus dem südniedersächsischen Bovenden.

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