Diakonische Fachschulen: "Ein ungehobener Schatz mit viel Entwicklungspotential"

Nachricht 05. März 2013

40 Schulleiterinnen und Schulleiter diskutierten auf ihrer Fachtagung vom 28. Februar bis zum 1. März in Soltau über die Zukunftsprognosen diakonischer Fachschulen.

„Mit zurzeit etwa 6.600 Schülerinnen und Schülern verzeichnen wir eine kontinuierliche Steigerung des diakonischen Schulangebots in Niedersachsen", so die stellvertretende Fachverbands-Vorstandsvorsitzende Margrit Weithäuser. "Viele unserer diakonischen Schulen haben in den letzten Jahren ihre Kapazitäten ausgeweitet. Im Bereich der berufsbildenden Schulen ist die Nachfrage vor allem in der Erzieherausbildung signifikant gestiegen. Die Krankenpflege- und die Altenpflegeschulen haben noch keine akuten Nachwuchssorgen. Die diakonischen Förderschulen sind in Niedersachsen im Sektor "emotionale und soziale Entwicklung" mit etwa 80% des Gesamtangebots größter Träger."

Zur erwarteten Prognose des Fachkräftemangels sagte Weithäuser: "Wir haben zurzeit noch eine sehr gute Auslastung unserer Fachschulen. Teilweise gibt es für Ausbildungsgänge, insbesondere in den Krankenpflegeschulen noch immer fast doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber wie Schulplätze. Gleichwohl erwarten wir, dass sich diese Situation schon in nächster Zukunft wendet. Deshalb stellen wir als Fachverband strategische Überlegungen an, wie wir unsere Schulen z. B. auf Jobmessen und in allgemeinbildenden Schulen oder elektronischen Medien präsentieren können und damit junge Leute auf die interessanten Berufe in den sozialen Hilfefeldern hinweisen."

Bei der Reflexion von Leitungsverhalten und Führungsethik erhielten die Teilnehmenden Impulse durch Fachreferate von Dr. Asselmeyer (Uni Hildesheim) und Prof. Dr. Ellinger (Uni Würzburg).

In seinem Grundsatzreferat über die Bedeutung diakonischer Schulen betonte Diakoniedirektor Dr. Christoph Künkel deren Vielfältigkeit und Breite, die jedoch zugleich ein "blinder Fleck" in der kirchlichen Wahrnehmung seien. "102 Schulen, das ist eine enorme Ressource für kirchliches Leben und die Gesellschaft. Da müssen wir investieren." Künkel forderte, dass Diakonie und Kirche stärker die Chancen und Möglichkeiten nutzen sollten, die mit den Schulen in diakonischer Trägerschaft bestehen. Dazu gehöre die Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern einen kompletten Lebenshorizont zu bieten: Praktika, Ausbildung und die Vermittlung in attraktive Arbeitsplätze in ganz Niedersachsen könnten aus einer Hand angeboten werden. Künkels Fazit lautete: "Diakonische Schulen in diakonischer Trägerschaft sind ein ungehobener Schatz mit viel Entwicklungspotential."

Der Fachverband diakonischer Schulen in Niedersachsen vertritt 102 Fachschulen mit etwa 1600 Lehrkräften, die derzeit etwa 6.600 Schülerinnen und Schüler unterrichten.