Sozialverbände kritisieren Armutsbericht der Bundesregierung

Nachricht 04. März 2013

Hannover/Leer (epd). Die Sozialverbände in Niedersachsen haben den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung scharf kritisiert. Die Landesarmutskonferenz warf am Dienstag in Hannover der Regierung eine Verfälschung der Realität vor. Zahlreiche kritische Passagen seien geglättet oder ganz gestrichen worden, sagte deren Sprecherin Meike Janßen vom Sozialverband Niedersachsen (SoVD). Der Bericht soll an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden.

Der hannoversche Diakoniedirektor Christoph Künkel bezeichnete den Bericht als "unzureichend und perspektivisch wenig hilfreich". Er verwies auf die steigende Quote der Armutsgefährdung in Niedersachsen von 14,5 auf 15,2 Prozent binnen eines Jahres. Frauen, Kinder und alte Menschen seien besonders von Armut bedroht.

Nach Ansicht des Diakoniepastors der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer, Dietmar Arends, sollte der Armutsbericht künftig von einer unabhängigen Expertenkommission erarbeitet werden. Dann könne keine Bundesregierung mehr den Armutsbericht entstellen.

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