Kloster Loccum präsentiert zum Jubiläum kostbare Bibeln

Nachricht 26. Februar 2013

Loccum/Kr. Nienburg (epd). In einer neu restaurierten Museumskapelle präsentiert das Kloster Loccum bei Nienburg anlässlich seines 850-jährigen Jubiläums künftig prachtvolle historische Bibeln. Zum Auftakt ist dort in einer Vitrine ein reich illustriertes handschriftliches Evangelienbuch aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. Weil die lateinische Schrift und die mit Goldfarbe verzierten Bilder teilweise mit Stoff abgedeckt sind, wird es auch "Jalousienbibel" genannt. "Damit haben wir die Möglichkeit, zu unserem Jubiläum die Quelle des Glaubens an Jesus Christus zu zeigen", sagte der Abt des heute evangelischen Klosters, Horst Hirschler, am Mittwoch.

Für die Bibelausstellung und zwei andere Projekte für Besucher erhält das Kloster 200.000 Euro von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, den Sparkassen Hannover und Nienburg sowie der Nord/LB. Mit einem großen Kulturprogramm will das Kloster im Jubiläumsjahr mindestens 150.000 Besucher anlocken. Das Spektrum reicht vom Open-Air-Konzert "Funky Kloster" bis zu Mönchsgesängen und vom Poetry-Slam bis zur Autorenlesung mit Günter Grass. Die Feierlichkeiten unter dem biblischen Motto "Wort halten" werden am 21. März vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister eröffnet.

Die ausgestellten Bibeln aus der Klosterbibliothek sollen alle drei bis vier Monate wechseln. Als zweites Stück wird derzeit die niederdeutsche "Kölner Bibel" aus dem Jahr 1473 für die Ausstellung in der "Mandelsloh-Kapelle" der Klosterkirche vorbereitet. Sie gilt als erste gedruckte Bilderbibel. Alle Seiten der historischen Bibeln werden digitalisiert, so dass die Besucher per Touchscreen an einem Bildschirm blättern und die Seiten auch vergrößern können. Zudem erhält das Kloster einen neuen Klosterführer sowie ein Leitsystem.

Das Kloster zwischen Weser und Steinhuder Meer wurde 1163 von Zisterziensern aus Thüringen gegründet und gilt als herausragendes Baudenkmal. Um das Jahr 1600 wechselte es zum evangelischen Glauben. Seit rund 300 Jahren werden dort angehende Pastorinnen und Pastoren ausgebildet. Zum Jubiläum wurde die mittelalterliche Klosterkirche für 3,3 Millionen Euro umfassend restauriert.

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