Kirchentag in Hamburg: 2500 Veranstaltungen in fünf Tagen

Nachricht 24. Februar 2013

Wirtschaft, Inklusion und Interreligiöser Dialog sind Themenschwerpunkte

Hamburg, 25. Februar 2013. „Soviel du brauchst“: Maßstäbe setzen und das gute Maß finden. Das ist für den Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Gerhard Robbers, Zeitansage für die Gesellschaft. Der Kirchentag in Hamburg antworte auf diese Herausforderungen mit drei Schwerpunkten: verantwortungsvolles Wirtschaften, friedvolles Zusammenleben der Kulturen und die Teilhabe aller Menschen an dieser Gesellschaft. Kurz: Wirtschaft, Interreligiöser Dialog und Inklusion. „ ‚Soviel du brauchst‘ (2. Mose 16,18) lautet die Losung, die uns durch die Tage vom 1. bis 5. Mai begleiten wird. Diese Zusage, dass genug da sein wird, das tägliche Brot, genug Zuwendung, genug Hoffnung, und diese Aufforderung, nur zu verbrauchen, was nötig ist; auszumessen, was denn nun gebraucht wird&ldqu o;, das sei die Quintessenz für diesen Kirchentag, so Gerhard Robbers bei der heutigen Vorstellung des 620-seitigen Programmheftes mit über 2500 Veranstaltungen.

Was bedeutet verantwortungsvolles Wirtschaften? Ist die Wirtschaft bereit, ihre Maßstäbe zu hinterfragen; ihre Ziele gerecht und nachhaltig zu setzen? Der Kirchentag bringt dafür Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammen, die in vielen Veranstaltungen über Fragen nach dem Sinn des Wirtschaftens, unternehmerischer Verantwortung und Unternehmensethik diskutieren.

Interreligiöser Dialog bedeute nicht, die eigene Identität aufzugeben. Die Hauptpodienreihe „Religion - Vielfalt leben“ beschäftigt sich mit spirituellem Leben und religiöser Erziehung und mit der Relevanz des Glaubens in der Gesellschaft. Ihm liege das Thema Ökumene besonders am Herzen, betont der Kirchentagspräsident.

Teilhabe für alle – Inklusion, das sei auf dem Kirchentag nicht nur Thema, das werde gelebt. „Auf dem Kirchentag bringen wir alle Menschen zusammen. Schon jetzt ist der Kirchentag nach den Paralympics das Großereignis, das in Deutschland am behindertengerechtesten ist. ‚Barrierefrei‘ ist: Inklusion praktisch. Im Eröffnungsgottesdienst am Strandkai ist das zu erleben – mit Leichter Sprache.

Kirchentage leben nach dem Maßstab des Teilens und Abgebens, wollen aber auch Zeitansage sein und mit der Zeit gehen, hebt Generalsekretärin Ellen Ueberschär hervor. Eine der Neuerungen auf diesem Kirchentag, ist das Forum „Internet und Gesellschaft“: Verändern sich Menschen in der vollkommenen Vernetzung? Fördert das Netz Teilhabe an Demokratie? Wer verdient am Netz? „Neue Ideen wachsen von unten, werden befeuert durch den digitalen Austausch und kommen beim Kirchentag an“, so Ueberschär. „Ideensalons“ sind ein weiteres neues Format, zu dem der Kirchentag Menschen mit neuen Projekten und klugen Gedanken einlädt - zur Vernetzung und zum Austausch. Das Thema dafür in Hamburg: „Armut und solidarische Ökonomie“. Weitere wichtige neue Themen auf dem Kirchentag sind die Podienreihe „Lebensreichtum und Lebensrisiken“ sowie das Thema „Stadt der Zukunft“.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist keine Konsumveranstaltung, sondern ein Ereignis der Teilhabe vieler Gesellschaftlicher Gruppen. Über 40.000 Mitwirkende, Pfadfinder und Musikerinnen, Johanniter und Handwerker, Helfer und Referentinnen sind ehrenamtlich dabei. „Da wird diskutiert, da wird experimentiert, da wird gestritten, da wird gefeiert“, so Kirchentagspräsident Gerhard Robbers.

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck freut sich über das vielfältige Programm. "Die junge Nordkirche freut sich auf den Kirchentag - gerade angesichts dieses verheißungsvollen Programms. Diese Vielfalt wäre nicht möglich geworden ohne die Mitarbeit so vieler Ehren- und Hauptamtlicher unserer Kirche und ohne das großartige Zusammenspiel mit der Freien und Hansestadt Hamburg – Die Gäste können kommen", so die Bischöfin.

Kirchentags-Geschäftsführerin Sirkka Jendis zeigt sich bei der Vorstellung des Programms erfreut über die große Zahl der Anmeldungen: „Wir freuen uns auch über die große Zahl der Gastgeberinnen und Gastgeber für ‚Koje frei‘. Die Hälfte der 12.000 Betten ist geschafft. Nun sind wir sehr zuversichtlich, dass weitere Menschen aus Hamburg und Umgebung ihr Haus für unsere Kirchentagsgäste öffnen“, so Jendis.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag besteht seit 1949 und findet alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt statt. In Hamburg werden vom 1. bis 5. Mai über 100.000 Teilnehmende erwartet. Die Räumlichkeiten für diese Pressekonferenz stellt die Firma Nordevent zur Verfügung.

Rückfragen an:

Sirkka Jendis, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 430931-119, s.jendis@kirchentag.de