Wissenschaftler erforschen Religionsgeschichte in Sachsen und Israel

Nachricht 24. Februar 2013

Göttingen (epd). Das Leben von sächsischen Mönchen und Nonnen im Mittelalter und die damaligen Beziehungen zu Israel werden in einem Forschungsprojekt der Universität Göttingen und der Hebrew University in Jerusalem untersucht. Wissenschaftler beleuchteten dabei auch die Rolle der Ehefrauen der Jerusalem-Pilger, teilte ein Sprecher der Universität Göttingen am Montag mit. Das Land Niedersachsen fördert das Forschungsprogramm über drei Jahre mit insgesamt 150.000 Euro.

Problematisch sei, dass das mittelalterliche Sachsen sich über die heutigen Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg erstreckt, sagte Projektleiterin Professorin Hedwig Röckelein. "Da die landeskundliche Forschung in der Vergangenheit oft auf diese Ländergrenzen Rücksicht nehmen musste, wird die Region Sachsen in der Literatur nicht als einheitlicher Kulturraum wahrgenommen."

In einer weiteren Forschungsarbeit soll auch die Rolle der Männer und Frauen in Sachsen und Israel verglichen werden, sagte Röckelein. Auf dem Gebiet des damaligen Sachsens habe es etwa 100 Frauenkonvente gegeben. "Weibliches Klosterwesen und weibliche Frömmigkeit erreichten am Vorabend der Reformation in Deutschland ihren Höhepunkt."

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