Experten sehen demografischen Wandel als größte Gefahr für die Pflege

Nachricht 22. Februar 2013

Hannover (epd). Die größte Gefahr für die Pflege in Deutschland ist nach Ansicht von Fachleuten der demografische Wandel. Das Problem liege nicht nur in der rasant wachsenden Zahl der Pflegebedürftigen, sondern auch im derzeitigen und zukünftigen Fachkräftemangel. "Uns fehlen jetzt schon vielfach die jüngeren Menschen, die in der Pflege arbeiten", sagte Heinrich Alt, Vorstand der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, bei einem Fachkongress am Freitag in Hannover.

Alt zufolge gibt es derzeit etwa 3.600 arbeitslose Pflegefachkräfte. Ihnen stünden jedoch rund 10.000 offene Stellen gegenüber. Das sei ein extremer Fall von Fachkräftemangel, sagte Alt: "Sie können sich aussuchen, wo sie hingehen." In Zukunft werde diese Lücke noch stark anwachsen, denn man könne Arbeitslose nicht wahllos zu Pflegekräften umschulen. "Für diesen Beruf entscheidet man sich nicht nach Aktenlage, sondern muss erst mal hineinschnuppern", erläuterte Alt.

Er kritisierte außerdem, dass es keine stichhaltigen Prognosen darüber gebe, wie viele Fachkräfte in der Pflege künftig nötig seien. Die meisten Bundesländer hätten dazu überhaupt keine Zahlen. Nach Alts Angaben hat die Bundesagentur im vergangenen Jahr die Ausbildung von rund 3.500 Pflegefachkräften gefördert. Im nächsten Jahr soll diese Zahl schon auf 7.000 ansteigen. Fördern heiße in diesem Zusammenhang, den Lebensunterhalt während der Ausbildung finanziell zu sichern, sagte Alt.

Bei dem Fachkongress "Pflege im Umbruch" der Dachstiftung Diakonie und des hannoverschen Stephansstifts berieten Experten aus ganz Deutschland über die Zukunftsherausforderungen der stationären Pflege.

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