Künftiger niedersächsischer Ministerpräsident hält Kirchen für unersetzlich

Nachricht 30. Januar 2013

Hannover/Hildesheim (epd). Der künftige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält Kirchen und Religionsgemeinschaften für unersetzlich. "Deshalb möchte ich mit ihnen und nicht gegen sie arbeiten", sagte Weil im Gespräch mit der katholischen "KirchenZeitung für das Bistum Hildesheim", die am Sonntag erscheint. Solidarität und Nächstenliebe seien wichtige Werte: "Sie nehmen uns in die Pflicht, denn wir sind nicht allein für uns selbst da. Wir müssen uns kümmern - um unsere Mitmenschen und vor allem um die, denen es schlechtgeht."

Das habe er immer als wesentlichen Teil seines Glaubens und seiner politischen Motivation betrachtet, sagte der 54-Jährige, der voraussichtlich am 19. Februar vom Landtag in Hannover gewählt wird. Er war Anfang der 1980er Jahre aus der katholischen Kirche ausgetreten. Auslöser sei der damalige Papst Johannes Paul II. gewesen, der sich bei einer Südamerikareise gegen jede Form der Familienplanung ausgesprochen hatte.

Weil kündigte an, sich sowohl für die Ausländer- und Flüchtlingspolitik einzusetzen, als auch für die unterfinanzierten Krankenhäuser und Altenheime in Niedersachsen. "Künftig werden die Landesregierung, die Träger und die Beschäftigten Seite an Seite für bessere Bedingungen kämpfen", unterstrich der Sozialdemokrat. Er fände es sehr bedauerlich, dass Träger, wie die Kirchen und Wohlfahrtsverbände, in heftige Auseinandersetzungen mit ihren eigenen Beschäftigten gerieten, weil sie in einer auswegslosen Situation seien.

Die schlechte Bezahlung für Pflegekräfte sei ein sozialpolitischer Skandal. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde künftig stark ansteigen, während die Zahl der jüngeren Arbeitskräfte abnehme: "Das ist eine Diskrepanz, die nicht länger vertretbar ist", sagte Weil.

Copyright: epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen