Bischof Hein beklagt Druck auf Schwangere durch Gentests

Nachricht 20. Januar 2013

Hannover (epd). Der Kassler evangelische Bischof Martin Hein beklagt einen wachsenden Druck auf Schwangere, behinderte Kinder abzutreiben. Bei genetischen Bluttests an Ungeborenen gehe es nicht um Heilung oder Linderung von Beschwerden, schreibt er in einer Internet-Kolumne für die evangelische Fernseh-Talkshow "Tacheles", die an diesem Dienstag in der Marktkirche in Hannover aufgezeichnet wird. Es gehe vielmehr darum, Behinderte nicht leben zu lassen. Hein steht an der Spitze der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Nordhessen.

In der Sendung "Wenn der Mensch zum Schöpfer wird: Per Gentest zum Baby nach Maß?" diskutiert Hein unter anderem mit dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik, Klaus Zerres. Zerres forderte: "Jeder Schwangeren muss der Zugang zum Erbgut des Kindes via Bluttest erlaubt sein." Eine schnelle Diagnose sei immer zum Vorteil der Betroffenen. Weitere Gäste sind die Buchautorin Monika Hey und die Dortmunder Frauenärztin Barbara Baier, die bereits mit den neuen umstrittenen Blutttests an Ungeborenen arbeitet.

Die Aufzeichnung der Talkshow beginnt am Dienstag um 19 Uhr. Der Fernsehsender Phoenix strahlt die Debatte am Sonntag, dem 27. Januar, um 17 Uhr aus. "Tacheles" wird veranstaltet von der Evangelischen Kirche im NDR und getragen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der hannoverschen Landeskirche und der Klosterkammer Hannover.

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