Gastfamilien für Tschernobyl-Kinder gesucht

Nachricht 19. Januar 2013

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche sucht für den Sommer neue Gastfamilien für strahlengeschädigte Tschernobyl-Kinder. "Die Probleme und Folgen der Reaktorkatastrophe vor fast 27 Jahren sind leider nicht verjährt", sagte der Geschäftsführer der evangelischen Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder", Lars-Torsten Nolte, am Sonnabend dem epd. Viele Gasteltern der vor mehr als 20 Jahren gestarteten Ferienaktion könnten die Aufgabe altersbedingt nicht mehr wahrnehmen.

Die jährliche Ferienaktion startet in diesem Jahr am 29. Mai und läuft bis zum 21. August, erläuterte Nolte. In diesem Zeitraum verbringen etwa 700 Kinder aus der weißrussischen Region Gomel jeweils vier Wochen bei Familien in Deutschland. "Nach dem Aufenthalt reduziert sich bei den meisten Kindern die Strahlenbelastung um etwa die Hälfte", sagte Nolte.

Für die Familien in den evangelischen Kirchenkreisen zwischen Hann. Münden und Cuxhaven ermöglichte die Zeit mit jeweils zwei Gastkindern intensive Begegnungen, betonte Nolte. "Es kann mit Blick auf die deutsche Geschichte auch eine Art Versöhnungswerk sein." In den vergangenen Jahren hätte die Aktion die politischen Beziehungen ein Stück weit aufgebrochen.

In Weißrussland übertrage sich die radioaktive Strahlenbelastung immer noch stark auf die Neugeborenen, sagte Nolte. Von rund 800 in einer Klinik zur Welt gekommenen Kindern sei keines völlig gesund. Die Kinder hätten zudem ziemlich hohe Mengen des radioaktiven Stoffes Cäsium 137 in ihren Körpern, das sie vor allem über die Nahrung aufnähmen.

Interessierte Familien können sich bei dem Geschäftsführer Lars-Torsten Nolte unter Tel.: 0511 1241-941 oder E-Mail: nolte@kirchliche-dienste.de melden.

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