Akademiedirektor ruft zu interreligiösen Gesprächen auf

Nachricht 05. Januar 2013

Lüneburg/Loccum (epd). Der Loccumer Akademiedirektor Stephan Schaede hat zu mehr Gesprächen zwischen den Religionen aufgerufen. Um Toleranz üben zu können, sei es wichtig, eigene Ansichten klar zu formulieren und die der anderen zu hören. Dazu könnten Foren beitragen. Sie böten die Möglichkeit, wechselseitig Vertrauen zu fassen und sich von Klischees zu verabschieden, sagte der Leiter der Evangelischen Akademie Loccum am Sonntag in Lüneburg.

Der Theologe sprach bei einem Empfang des Kirchenkreises Lüneburg zum Auftakt des Themenjahres "Reformation und Toleranz". Mit den Themenjahren wollen die evangelischen Kirchen im Rahmen der Lutherdekade auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hinweisen. Sie erinnerten dabei auch an Schattenseiten, sagte Schaede seinem Manuskript zufolge: "Es wurden im Namen der Reformatoren Menschen getötet, weil sie anders dachten."

Dennoch habe die Reformation mit ihren Grundeinsichten einen Zugang zum Toleranzthema formuliert, erläuterte Schaede. "Er verknüpft einerseits die eigenen religiösen Überzeugungen beherzt zu vertreten und zu leben, dabei aber zugleich andererseits Vorreiter für eine Toleranzkultur zu sein, die fremde Wahrheitsansprüche und Lebenshaltungen respektiert."

Religionsgespräche schafften Vertrauen, sagte der Theologe. "Wir wissen immer noch viel zu wenig von den anderen." Toleranz mit Andersdenkenden verlange Zähigkeit und Auseinandersetzungskraft und lasse Klischees nicht zu. "Religiöse Diskriminierung und religiöse Verfolgung ob in Nigeria, im Irak, ist die böse Frucht eines vereinfachtes Ablehnungsmomentes, das ohne jede gute Begründung Menschenleben verachtet."

Copyright: epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen