Hannoverscher Landesbischof sieht Kirchen bei der Energiewende in der Pflicht

Nachricht 26. Dezember 2012

epd-Gespräch: Ulrike Millhahn

Hannover (epd). Die Kirche spielt nach Ansicht des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister als Vermittlerin eine wichtige Rolle bei der Energiewende. "Sie kann bei kontroversen Debatten über die Umsetzung als Mediatorin tätig werden", sagte der evangelische Theologe am Donnerstag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Das fängt mit der Biogasanlage an, geht über Windenergie und reicht bis zum Bau von Energienetzen über kirchliche Ländereien. Das wird uns in den nächsten Jahren richtig beschäftigen."

Meister bezeichnete das Vorhaben als eine der wichtigsten politischen Herausforderungen im neuen Jahr. "Wir müssen das Projekt in unserer Gesellschaft so verankern, dass wir es tatsächlich in einem überschaubaren Zeitraum schaffen, die Energieproduktion komplett auf rein regenerative Formen umzustellen." Das bedeute sowohl den Verzicht auf Braunkohle als auch auf Gas und Atomkraft.

Meister gehört dem im Sommer gegründeten Niedersächsischen Energierat an, den Umweltminister Stefan Birkner (FDP) ins Leben gerufen hatte. Das Gremium mit Vertretern aus Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie Forschung und Kirche soll die Umsetzung des Energiekonzeptes der Landesregierung kritisch begleiten.

Diese Umstellung sei politisch mehrheitlich gewollt und unstrittig, betonte der Bischof. "Bei den Debatten in den Dörfern wird es deshalb nicht darum gehen, die Atomkraftwerke zurückzufordern, sondern etwa um das Problem, ob die Energienetze unter- oder überirdisch verlegt werden sollen." Inzwischen sei deutlich geworden, dass für die Politik noch einige entscheidende Punkte geklärt werden müssten.

Copyright: epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen