Winterlicher Protest gegen "Sonnwendfeier" von Neonazis

Nachricht 21. Dezember 2012

Eschede/Kr. Celle (epd). Rund 80 Menschen haben am Sonnabend bei Eis und Schnee gegen eine "Sonnwendfeier" von Neonazis in Eschede bei Celle demonstriert. Sie zogen nach Angaben der Veranstalter vom Bahnhof bis zu einer Abzweigung zum abgelegenen Hof des Landwirts und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz am Waldrand. "Wir wollen den Rechtsextremismus ächten", sagte der evangelische Pastor Wilfried Manneke als Mitinitiator dem epd. Hinter den Protesten steht ein Bürgerbündnis, an dem sich auch der Deutschen Gewerkschaftsbund beteiligt. Für den frühen Abend war eine Aktion "Lichter gegen Extremismus" geplant.

Die Initiatoren wollten "ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und neonazistisches, menschenverachtendes Treiben setzen", erläuterte Matthias Richter-Steinke vom DGB. Zwar bezeichneten die Neonazis die Treffen auf dem Hof Nahtz wie Ernte- und Sonnwendfeiern als privat. Doch die Zusammenkünfte hätten eine erhebliche Außenwirkung und schürten den Zusammenhalt der rechtsextremen Szene. Besonders besorgniserregend sei, dass dazu Familien mit Kindern anreisten. In früheren Jahren hatten sich auf dem Hof bis zu 250 Neonazis versammelt.

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