Weihnachtsfeier mit Landesbischof im Grenzdurchgangslager Friedland

Nachricht 20. Dezember 2012

Friedland/Kr. Göttingen (epd). Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat bei der traditionellen Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen die Bedeutung der Einrichtung betont. In den kommenden beiden Jahren werde Friedland erneut erste Station für Flüchtlinge unter dem besonderen Schutz der Vereinten Nationen sein, sagte Schünemann am Donnerstag. Diese "Resettlement-Flüchtlinge" sollen in Deutschland dauerhaft eine neue Heimat finden. Die ersten 300 von ihnen, Afrikaner und Christen aus dem Irak, waren im September und Oktober angekommen.

Derzeit leben in dem Lager rund 600 Menschen aus neun Nationen. Sie feierten mit Gästen und Geschenken für die Kinder. "Ein Elternpaar mit Neugeborenem auf der Flucht - auch dies ist ein Teil der Weihnachtsgeschichte, die wir in den kommenden Tagen hören werden", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister in einer Andacht, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurde: "Das Grenzdurchgangslager Friedland ist eine markante Station in der Lebensgeschichte von Flüchtlingen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Darum ist es mir so wichtig, die gute Nachricht von Gottes Gegenwart und Weggeleit zum Christfest dort weiter zu sagen."

Das Grenzdurchgangslager war Anlaufstelle zunächst für Heimatvertriebene und Kriegsheimkehrer. Später kamen Aussiedler, Spätaussiedler und Flüchtlinge aus aller Welt, wie die Bootsflüchtlinge aus Vietnam und Flüchtlinge aus dem Irak.

Seit 2011 werden auch Asylsuchende in Friedland aufgenommen. Ihre Zahl sei in den vergangenen Monaten stark gestiegen, sagte Schünemann. Er unterstrich die Bedeutung von Sprach- und landeskundlichen Kursen, die in Friedland seit Mai rund 500 Menschen absolviert hätten. "Die Teilnehmer gehen mit einer ersten Hilfestellung in die Kommunen und bestätigen uns immer wieder, dass sie sich dadurch erheblich besser in Deutschland einleben."

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