Antikriegshaus zeichnet Einsatz für Flüchtlinge aus

Nachricht 08. Dezember 2012

Hannover/Hamburg (epd). Für ihr Engagement zugunsten von Migranten haben zwei Initiativen aus Hannover und Hamburg am Sonntag den Friedenspreis "Sievershäuser Ermutigung" erhalten. Die Hamburger Gemeinschaft "Brot & Rosen" und das Projekt "DiaMiPa" der Diakonie Hannover teilen sich die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung, wie das Antikriegshaus Sievershausen in Lehrte bei Hannover mitteilte. Beide Initiativen kümmern sich um Flüchtlinge ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Dieses Engagement sei mehr als wichtig, sagte der frühere Bürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg (SPD), in der Laudatio.

"Hunderttausende sind es, die bei uns leben, im Verborgenen, ohne Rechte, ohne Schutz, und sie werden ausgenutzt und ausgebeutet, oft zu Straftaten oder zur Prostitution gezwungen", sagte Schmalstieg seinem Manuskript zufolge. "Umso wichtiger ist es, durch diese Preisverleihung auf diesen unerträglichen Tatbestand aufmerksam zu machen." Schmalstieg forderte ein humaneres Ausländerrecht. "Wir müssen anerkennen, dass Flucht kein Verbrechen ist, und wir müssen die Diskriminierung beenden."

Das Projekt "DiaMiPa" (Diakonische Migrationsarbeit für Personen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus) begleite Asylsuchende persönlich und umfassend, hieß es. Die Mitarbeiter vermittelten ihnen medizinische Hilfe, ohne sie den Behörden auszuliefern, und berieten sie über ihre besonderen Rechte. "Brot & Rosen" biete Menschen ohne Papiere ein Zuhause auf Zeit, wo ihnen konkrete Hilfe und neue Perspektiven angeboten würden. Die Mitarbeiter lebten mit den Asylsuchenden unter einem Dach und teilten ihren Alltag.

Der hannoversche Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer würdigte die Initiativen. Sie böten Schutzräume für Menschen in Not, medizinische Hilfe und rechtliche Beratung jenseits behördlicher Normalität. "Das sind aktuelle Worte für mehr Humanität unter uns."

Die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit in Sievershausen schreibt den Preis alle zwei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten aus - in diesem Jahr zum zwölften Mal. In Sievershausen ist noch bis Weihnachten die kirchliche Wander-Ausstellung "Leben im Verborgenen" über Menschen ohne geklärten Aufenthaltsstatus zu sehen. Sie wurde vom Haus Kirchlicher Dienste aus Hannover und der hannoverschen Landeskirche in Kooperation mit der Diakonie 2008 ins Leben gerufen.

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