Fest zum Abschluss der Sanierung St. Michaelis Hildesheim

Nachricht 04. Dezember 2012

Nach sieben Jahren gehen die Bauarbeiter wieder

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St. Michaelis Hildesheim während der siebenjährigen Bauphase. Foto: Ralf Neite

Hildesheim. Nach siebenjähriger Bauzeit ist die Sanierung der St.-Michaelis-Kirche abgeschlossen. Innenraum und Außenfassade des Unesco-Weltkulturerbe sind für rund 10 Millionen Euro von Grund auf erneuert worden – termingerecht, den Kostenplan einhaltend und ohne einen einzigen größeren Unfall. Das soll am kommenden Sonntag, 9. Dezember, mit einem großen Fest gefeiert werden.

Es beginnt um 16 Uhr mit einer Andacht, die Landessuperintendent Eckhard Gorka hält und an der auch Weihbischof Hans-Georg Koitz mitwirkt. In diesem Rahmen soll auch das Engagement der an der Sanierung beteiligten Gewerke gewürdigt werden. Anschließend sprechen die niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Europaparlaments-Mitglied Godelieve Quisthout-Rowohl, Dr. Stefan Winghart als Präsident des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens sowie Minister a.D. Walter Hirche, Präsident der Deutschen Unesco-Kommission. Den Festvortrag hält Landesbischof Ralf Meister, sein Thema ist „Das Christentum als Weltkulturerbe.“

Nicht zuletzt für Michaelispastor Dirk Woltmann wird es ein besonderer Tag. „Als ich im Herbst 2005 zum Vorstellungsgespräch nach Hildesheim kam, war die Kirche schon leer geräumt“, erzählt er. „Es gab noch ein, zwei Führungen, dann wurde sie ganz geschlossen.“ Es folgte zunächst die Innensanierung – neuer Fußboden, neue Bestuhlung, Heizung, Elektrik, die Wände mit neuer Farbgebung (die übrigens dem bernwardinischen Original entspricht, wie Funde belegen, die im Laufe der Arbeiten gemacht wurden). Und in den letzten Jahren noch die komplette Sanierung der Fassade. Jetzt endlich erlebt der Pastor „seine“ Kirche zum ersten Mal ohne Bauarbeiten. Woltmann: „Eine große Erleichterung – es ist vorbei. Und das wunderbare Gesamtergebnis entschädigt für alle Einschränkungen und Belastungen der vergangen Jahre.“

„Endlich!“, sagt auc Irmgard Kiene vom Michaelis-Kirchenvorstand. Mit Bernhard Isermeyer, ebenfalls vom Gemeindevorstand, und Pastor Dirk Woltmann ist sie einer Meinung, dass die Sanierungszeit neben vielen Einschränkungen auch sehr positive Erlebnisse mit sich gebracht habe, vor allem im ökumenischen Bereich. Zum Beispiel das Jahr, in dem die Gemeinde in der benachbarten katholischen Magdalenenkirche zu Gast sein durfte. „Mit dem Weihrauch der Frühmüsse einen evangelischen Gottesdienst feiern zu können, das war schon etwas Besonderes“, erinnert sich Dirk Woltmann.

Noch stärker ist der Durchbruch zur katholischen Krypta im Jahr 2006 im Gedächtnis geblieben – seither gibt es nicht einmal mehr eine Tür zwischen dem evangelischen und dem katholischen Teil von St. Michaelis. Und dann natürlich der Umzug der Christussäule vom Dom in die Michaelis-Kirche im September 2009, den die MichaelisvertreterInnen als weiteren großen Beweis ökumenischen Vertrauens werten. Die Säule wird wohl 2014 in den Dom zurückkehren.

Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Hildesheim sei sehr gut gelaufen, betonen Irmgard Kiene und Bernhard Isermeyer. Die parallele Neugestaltung des Michaelishügels und insbesondere der Burgstraße bewerten sie als sehr gelungen.

Insgesamt gebe es ein großes Gefühl der Dankbarkeit allen Beteiligten gegenüber, sagen die Mitglieder des Kirchenvorstands. Das gelte natürlich auch den vielen Geldgebern, vor allem dem Land Niedersachsen, dem Bund, mehreren Stiftungen, dem Freundeskreis, der Klosterkammer, der Stadt Hildesheim, der EVI und der Landeskirche. Irmgard Kiene: „Für die Gemeinde ist es gut zu wissen, dass wir für die nächsten Jahrzehnte eine solide Kirche haben.“

Kontakt: Kultur & Kommunikation
Ralf Neite
Am Ratsbauhof 1c
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