Bildungsforum 2012

Nachricht 02. Dezember 2012
Bildungsforum 2012
Bildungsforum 2012 - Foto: Klasse 10E2 Andreanum Hildesheim

Landesbischof Ralf Meister und Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track haben das Bildungsforum 2012 eröffnet. 2400 Schülerinnen und Schüler und mehr als 100 Mitwirkende diskutieren und feiern in neun Foren und 26 Workshops zu dem Thema "Echt wahr?! Der Wahrheit auf der Spur."

Der Landesbischof forderte die Schülerinnen und Schüler auf über ihre Wahrheiten miteinander ins Gespräch zu kommen."Der Dialog ist wichtig, der gerade heute hier in Hannover stattfindet", betonte Meister. "Wenn es wahr ist, dass Kirche nicht altmodisch ist - und daran glaube ich fest - dann ist es wichtig mit jungen Menschen zu diskutieren und zu feiern", unterstrich Gäfgen-Track.

Text: Schüler-Online-Redaktion des Bildungsforums 2012

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Landesbischof Meister sieht Erfolge im interreligiösen Dialog - Forum mit mehr als 2.000 Schülern beschäftigt sich mit Weltreligionen

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sieht den Dialog der großen Weltreligionen auf einem guten Weg. "Die Geschichten, die wir über das Gelingen berichten können, sind viel länger als jene über den Streit, den Dissens und den Niedergang", sagte er am Montag in Hannover bei einer Podiumsdiskussion beim vierten Schülerforum der evangelischen Landeskirche mit mehr als 2.000 Schülerinnen und Schülern. Zu einer kulturpessimistischen Sichtweise, die nur die Probleme hervorhebe, gebe es keinen Anlass.

"Diese Welt hat eine Perspektive zum Guten", sagte der Bischof. Die Hoffnung auf eine friedlichere Welt und ein Leben im Einklang mit Gott sei ein verbindendes Element von Christentum, Judentum und Islam. Meister unterstrich, dass es für den interreligiösen Dialog kein Hindernis sei, "mit einer eigenen, klaren Überzeugung ins Gespräch zu gehen". Eine große Chance für das Miteinander der Religionen liege nicht zuletzt in der Ausbildung islamischer Theologen an deutschen Hochschulen. Er erhoffe sich dadurch einen noch intensiveren Austausch.

Die angehende islamische Theologin Dua Zeitun unterstrich, dass Studenten der muslimischen Theologie in Deutschland lernten, den eigenen Glauben kritisch zu hinterfragen. Zeitun gehört zu ersten Studentinnen der islamischen Theologie an der Universität Osnabrück und ist zudem Mitarbeiterin der katholischen Landvolkshochschule Oesede. Unter anderem führe sie Schüler durch Kirchen und Moscheen und zeige ihnen dabei Gemeinsamkeiten auf, erläuterte sie. So könne das beiderseitige Interesse geweckt werden.

Sie wolle vor allem den Gedanken der Toleranz vermitteln, sagte Zeitun: "Wenn ich für mich meinen Glauben als wahr erkenne, bedeutet das doch nicht, dass ich deswegen ein Recht habe, andere wegen ihres Glaubens zu diskreditieren." Sie erinnere muslimische Jugendliche daran, dass das Wort Muslim übersetzt so viel wie "Gott ergeben sein" bedeute, sagte sie. Ihrer Ansicht nach trifft dies auch auf Christen und Juden zu.

Der liberale jüdische Rabbiner Yuriy Kadnykow knüpfte an die "Ringparabel" aus dem Drama "Nathan der Weise" an, die Schüler vor Beginn der Diskussion nachgespielt hatten. Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) habe einen intensiven Dialog mit dem jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn geführt, erläutere er. Er habe dabei gelernt, dass praktisches Handeln mitunter wichtiger sei als der buchstäbliche Glaube. "Alle Religionen sollten die Menschen daher zum guten Handeln erziehen."

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