Synoden in Niedersachsen tagen

Nachricht 17. November 2012

Eindrücke von Tagungen der Landessynoden der Evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig

Rastede/Kr. Ammerland (epd/red). Die oldenburgische Landeskirche hat die ersten Konsequenzen aus ihrem Zukunftskongress im Juli gezogen. "Nun geht es darum, den Wegweisern zu folgen und einen Routenplan für den weiteren Weg in das Jahr 2030 zu erarbeiten", sagte Synodenpräsidentin Sabine Blütchen am Sonnabend zum Abschluss der dreitägigen Herbstsitzung der Synode in Rastede bei Oldenburg. Außerdem genehmigten die rund 60 Delegierten den Haushalt für das kommende Jahr mit einem Volumen von 80,6 Millionen Euro.

Unter dem Motto "Ein Land, das ich dir zeigen will - Auf dem Weg in das Jahr 2030" hatten im Juli 1.100 Delegierte die weitere kirchliche Arbeit diskutiert. Arbeitsgruppen sollen bis zum Herbst 2013 die drei dringlichsten Fragen diskutieren und entsprechende Beschlussvorlagen erarbeiten. Dazu zählen das Verhältnis der Ortskirchengemeinden zu den Werken und Einrichtungen der oldenburgischen Kirche, das Verhältnis zwischen den Haupt- und Ehrenamtlichen und die Personalentwicklung der kirchlichen Berufe.

Um den Etat für das kommende Jahr von 80,6 Millionen Euro finanzieren zu können, muss die Kirche rund 5,6 Millionen Euro aus ihren Rücklagen entnehmen. Rund 40 Millionen Euro werden für die Gemeinden ausgegeben, dazu gehören 18 Millionen Euro für die Pastorengehälter, erläuterte Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs.

Zur oldenburgischen Kirche zählen 117 Gemeinden zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und den Dammer Bergen. Ihr gehören rund 443.000 Mitglieder an.

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Bückeburg (epd/red). Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe verlegt ihre Kirchenamt und verlässt dabei das historische Herderhaus. Die Synode, das Kirchenparlament, beschloss am Sonnabend mit deutlicher Mehrheit, für 800.000 Euro ein Gebäude mit denkmalgeschützter Fassade in Bahnhofsnähe zu erwerben und dort ihre Verwaltung zu konzentrieren.

Ausschlaggebend waren finanzielle Gründe. Eine Restaurierung des Herderhauses für Verwaltungszwecke hätte die Landeskirche mindestens 1,2 Millionen Euro gekostet. Der Umzug in das neue Gebäude einschließlich kleinerer Umbauten ist dagegen für insgesamt rund eine Million zu haben.

Das Herderhaus, ein Fachwerkhaus in der Nähe der Stadtkirche, ist das frühere Diensthaus des Philosophen, Theologen und Schriftstellers Johann Gottfried Herder (1744-1803), einem der bedeutendsten deutschen Denker der Aufklärungszeit. Herder war von 1771 bis 1776 Oberprediger und Konsistorialrat am Hof der damaligen Grafschaft Schaumburg-Lippe in Bückeburg.

Die schaumburg-lippische Landeskirche im nördlichen Landkreis Schaumburg ist mit rund 61.000 Mitgliedern in 22 Gemeinden die zweitkleinste evangelische Landeskirche in Deutschland. 

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Goslar (epd/red). Mit Beratungen zu Strukturreformen und neuen Perspektiven für das Diakonische Werk hat die Synode der braunschweigischen Landeskirche am Sonnabend ihre Tagung in Goslar abgeschlossen. Detlev Fey, Oberkirchenrat bei der Evangelischen Kirche in Deutschland, sprach sich vor dem Kirchenparlament dafür aus, angesichts von sinkenden Mitgliederzahlen und abnehmenden Kirchensteuereinnahmen das Landeskirchenamt zu verkleinern. Die Landessynode beauftragte Fey, seine Untersuchung der kirchlichen Verwaltung fortzusetzen und im Mai ein Gutachten vorzulegen.

Für das Diakonische Werk der braunschweigschen Landeskirche berichtete sein Interimsdirektors Norbert Velten von Fortschritten bei der Bewältigung der strukturelle Krise. Alle verbliebenen Betriebsgesellschaften des Werkes könnten in den nächsten Monaten verkauft werden, sagte Velten. Der Verkauf der angegliederten GmbHs sei der Kern zur Neuaufstellung der Braunschweiger Diakonie gewesen.

Die daraus resultierenden Erlöse sollen "zur nachhaltigen Gestaltung der diakonischen Arbeit im Braunschweiger Land zur Verfügung stehen", sagte Velten. Das Diakonische Werk will sich auf seine Aufgaben als Dachverband und die Arbeit der sechs Kreisstellen konzentrieren.

Insgesamt konnte die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig ihren Haushalt stabilisieren. Das Kirchenparlament verabschiedete bereits am Freitag einen doppelten Haushaltsplan in Höhe von 81,5 Millionen Euro für 2013 und 80,5 Millionen für 2014. Die Landeskirche will dabei ohne Eingriffe in die Rücklagen auskommen. "Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass unsere Reformbemühungen Erfolg haben", sagte Landesbischof Friedrich Weber. Die Landeskirche hatte im Sommer beschlossen, das sie künftig nur noch so viel ausgibt, wie sie einnimmt.

Zur braunschweigischen Landeskirche im Südosten Niedersachsens gehören rund 400 Gemeinden mit rund 370.000 Mitgliedern und 300 Pfarrern.

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