Kirchenpräsident ruft reformierte Christen an die Wahlurnen

Nachricht 12. November 2012

Leer (epd). Der Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Jann Schmidt, hat die bundesweit rund 153.000 wahlberechtigten Gemeindemitglieder an die Wahlurnen gerufen. An diesem Sonntag werden in den 146 reformierten Kirchengemeinden zwischen Lübeck und dem Allgäu die Kirchenvorstände neu bestimmt, sagte Kirchensprecher Ulf Preuß am Dienstag in Leer. Wahlberechtigt ist, wer konfirmiert oder als Erwachsener getauft wurde.

Schmidt rief zu einer regen Wahlbeteiligung auf: "Mit Ihrer Stimme können Sie kirchliches Leben mitgestalten." Wer zur Wahl gehe, würdige auch das verantwortungsvolle Engagement der ehrenamtlichen Vorstände, ohne die ein kirchliches Leben nicht denkbar sei. Insgesamt zählen bundesweit rund 185.000 Christen zur reformierten Kirche.

Neu zu besetzen sind jeweils die Hälfte der Plätze in den Vorständen, die bei den Reformierten auch Kirchenräten oder Presbyterien genannt werden. So werde eine Kontinuität in der Leitungsarbeit gewahrt, sagte Preuß. Die Neugewählten bleiben Wahl sechs Jahre im Amt.

Hintergrund des Wechselprinzips ist laut Preuß die sogenannte Ämterlehre des Genfer Reformators Johannes Calvin (1509-1564), auf den sich die reformierten Christen berufen: "Die Ämter in der Kirche sollen Calvin zufolge gelebt werden und zeitlich begrenzt sein." In einigen Gemeinden müssten darum die Vorsteher ihr Amt nach sechs Jahren wieder abgeben. So werde vermieden, das ein reformierter Christ Macht über einen anderen erhält.

In der reformierten Kirche herrscht Preuß zufolge ein striktes Gleichheitsprinzip: "Keine Gemeinde darf über eine andere, kein Gemeindemitglied über ein anderes Vorrang oder Herrschaft beanspruchen." Das sei sogar in der Kirchenverfassung festgeschrieben.

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