Männer-Diakon Helmuth Haase verabschiedet

Nachricht 11. November 2012

Sittensen/Kr. Rotenburg (epd). Der Stader Regionalbischof Hans Christian Brandy hat am Sonntag in Sittensen den kirchlichen Männerexperten Helmuth Haase in den Ruhestand verabschiedet. "Männer finden oft nicht leicht ihren Ort in der Kirche, lange haben wir uns dem in der Kirche nicht offensiv genug gestellt", sagte Brandy in der evangelischen St. Dionysius-Kirche. Haase habe bei vielen Männern ein neues Interesse für die Kirche geweckt.

Der Diakon und Sozialpädagoge Haase hat seit 1986 die Männerarbeit der hannoverschen Landeskirche mit gestaltet. Der gelernte Schmied wurde im hannoverschen Stephansstift zum Diakon ausgebildet und hat später Sozialpädagogik studiert. Von 1970 bis 1986 arbeitete er in der evangelischen Kirchengemeinde Düshorn bei Walsrode. In seiner Heimatgemeinde Sittensen leitet der passionierte Imker den Kirchenchor und mit seiner Frau Ingrid einen Kreis verwaister Eltern.

Brandy würdigte das Engagement Haases. Er habe es geschafft, immer wieder eine angemessene Form des Gesprächs über den Glauben unter Männern zu entwickeln. Dazu gehörten Bergwanderungen, Stille Tage im Kloster, Männerfrühstückstreffen und Vater-Kind-Wochenenden.

Haase sagte, Glaube, Kirche und Spiritualität werde langsam für mehr Männer wichtig. "Das wird aber im kirchlichen Alltag selten sichtbar, weil es noch nicht überall die richtigen Angebote gibt." Männer wollten beteiligt sein und praktisch anpacken. "Sie möchten etwas bewegen - das gilt auf der Männerwanderung genauso wie bei der Pflege von Spielgeräten im Kindergarten, der Gestaltung eines Gottesdienstes oder eines Männerfrühstücks."

"Die stärksten Veränderungen hat es in der Vaterrolle gegeben", bilanzierte der 64-Jährige, der zuletzt die landeskirchliche Männerarbeit zwischen Elbe und Weser und in der Lüneburger Heide leitete. "Viele Männer wollen heute nicht mehr nur Ernährer sein, sondern auch Erzieher." Zu Beginn seiner Arbeit sei es Männern noch besonders schwer gefallen, Gefühle und eine weiche Seite zuzulassen. Heute lasse eine wachsende Zahl Erfahrungen wie Körperarbeit, Fantasiereisen und Meditationen zu, "auch wenn sich Männer nach wie vor schwer tun, Gefühle zu äußern".

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