Talkshow Tacheles: "Organisierte Sterbehilfe: Segen für Leidende oder tödlicher Kommerz?"

Nachricht 08. November 2012

Haben Todkranke das Recht darauf, ihr Lebensende selbst zu bestimmen? Während eine Mehrheit organisierte Sterbehilfe befürwortet, will die Bundesregierung deren Verbot – bald entscheidet der Bundestag. Darum geht es bei Tacheles im November.

Mit Fernsehpastor und Tacheles-Moderator Jan Dieckmann diskutieren am 13. November um 19 Uhr in der hannoverschen Marktkirche: der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, der Vorsitzende von Dignitas-Deutschland, Ludwig A. Minelli, der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann und der Schweizer Theologe und Freitodbegleiter Walter Fesenbeckh.

In Deutschland dürfe es kein Geschäft sein, Menschen dabei zu helfen, sich umzubringen, schreibt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, vorab in einer Kolumne für Tacheles und die Evangelische Zeitung: „Wir müssen einen amGeld orientierten, kaltschnäuzigen Egoismus beim Umgang mit dem Tod verhindern.“

Es gehe nicht ums Geschäft, sondern um die Menschenwürde, erwidert Ludwig Minelli, Vorsitzender des Sterbehilfevereins Dignitas-Deutschland. Jeder Mensch müsse selbst über seinen Tod entscheiden dürfen.

Der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann will die organisierte Sterbehilfe stoppen. Einzelne nutzten das Elend leidender Menschen aus, „um Kasse zu machen“. Der Schweizer Freitodbegleiter Walter Fesenbeckh hat fast 70 Menschen dabei geholfen, sich selbst zu töten. Der pensionierte Pfarrer sieht darin keinen Widerspruch zu seinem Glauben: „Ich verkürze das Leiden, nicht das Leben.“

Die ehemalige Altenpflegerin Karla Hergesell (am 13.11. im Einzelinterview) steht Sterbenden bei im Braunschweiger Hospiz. Der Wunsch nach Sterbehilfe ist hier die absolute Ausnahme: „Wer nicht alleine bleibt und keine Schmerzen hat, hat noch Lust zu leben.“

Die Aufzeichnung beginnt am Dienstag, 13. November 2012, um 19.00 Uhr. Phoenix strahlt die Debatte am Sonntag, 18. November, um 17.00 Uhr aus.

Tacheles wird veranstaltet von der Evangelischen Kirche im NDR und wird gemeinsam getragen von der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der Klosterkammer Hannover.