Meister: Konfessioneller Religionsunterricht unverzichtbar

Nachricht 04. November 2012

Hannover (epd). Der Evangelische Arbeitskreis der CDU in Niedersachsen hat die Aussagen zum Religionsunterricht im Wahlprogramm der Grünen kritisiert. Der konfessionsgebundene Unterricht müsse als Pflichtfach erhalten bleiben, forderte der Sprecher des Arbeitskreises, Pastor Dirk Heuer, am Montag in Hannover. Auch der hannoversche Landesbischof, Ralf Meister, unterstrich auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd), dass der konfessionelle Religionsunterricht ein deutlicher und unverzichtbarer Ausdruck der positiven Religionsfreiheit sei.

Die Grünen werben in ihrem Wahlprogramm für ein Pflichtfach "Religionen und Weltanschauungen". Der konfessionsgebundene Religionsunterricht solle künftig nur noch als Wahlpflichtfach angeboten werden. Am 20. Januar wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt.

Meister sagte, er begrüße es nachdrücklich, dass auch große Anstrengungen für die Einführung eines Islamischen Religionsunterrichts unternommen würden. Als Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen habe er sowohl mit den Landtagsfraktionen als auch mit dem Landesverband der Grünen gesprochen. "In diesem Gespräch wurde die Funktion des konfessionellen Religionsunterrichts an den öffentlichen Schulen betont, auch gerade im Hinblick auf das multireligiöse Zusammenleben", sagte der Bischof. Das Grundgesetz räume der Religion bewusst einen hohen Stellenwert für das öffentliche Leben ein. Das entspreche dem Religionsunterricht als Pflichtfach.

Heuer sagte, nur ein konfessionsgebundener Religionsunterricht führe in die zentralen Inhalte der jeweiligen Glaubensrichtungen ein und wirke identitätsstiftend. Dies könne ein Fach "Religionen und Weltanschauungen" nicht bieten. Erst die eigene Identitätsbildung ermögliche einen Dialog mit anderen. Kenntnisse über andere Religionen und Weltanschauungen erhielten die Schüler bereits in den Fächern Deutsch, Politik und Geschichte.

Die Grünen hatten in ihrem Wahlprogramm erklärt, alle Schüler sollten die Möglichkeit erhalten, im gemeinsamen Unterricht Weltanschauungen und religiöse Orientierungen kennenzulernen und mehr Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen zu entwickeln.

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Statement des Ratsvorsitzenden der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, im Wortlaut:

Als Ratsvorsitzender der Konföderation habe ich das Gespräch mit Vertretern der Fraktion im niedersächsischen Landtag sowie des Landesverbandes der Grünen geführt. In diesem Gespräch wurde die Funktion des konfessionellen Religionsunterrichts an den öffentlichen Schulen betont, auch gerade im Hinblick auf das multireligiöse Zusammenleben. Das Grundgesetz räumt bewusst in einem sich säkular verstehenden Staat der Bedeutung von Religion für das öffentliche Leben einen hohen Stellenwert ein. Dem entspricht der Stellenwert des Religionsunterrichts als Pflichtfach. Ich begrüße es nachdrücklich, dass große Anstrengungen für die Einführung auch von Islamischem Religionsunterricht unternommen wurden. Konfessioneller Religionsunterricht ist ein deutlicher und unverzichtbarer Ausdruck der positiven Religionsfreiheit, die dieser Staat gewährt.