Friedensbeauftragter fordert am Reformationstag gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Nachricht 30. Oktober 2012

Altenberg/Bremen (epd). Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, plädiert angesichts weltweiter Konflikte für mehr Investitionen in gewaltfreie Lösungen anstelle von militärischer Gewalt. "Hier tun wir zu wenig", sagte Brahms am Mittwoch im traditionellen Soldatengottesdienst zum Reformationstag im Altenberger Dom im Rheinland. Wo es um die Sicherheit der deutschen Soldaten gehe, sei es zwar richtig, Milliarden für das Militär auszugeben. Doch durch Waffenexporte "heizen wir Konflikte an und Sie sehen sich womöglich deutschen Waffen gegenüber", sagte er zu den Soldatinnen und Soldaten.

Brahms, der 2011 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan besucht hatte, forderte mehr Investitionen in vorbeugende Konfliktlösungsstrategien. "Viel zu wenig tun wir präventiv - politisch oder finanziell in der gerechten Verteilung der Güter dieser Erde oder gerechten Zugängen zu den Märkten." Viele Konflikte ließen sich verhindern. "So würden auch die Soldaten nicht in die Situation kommen, ausbügeln zu sollen, was politisch versäumt wurde", sagte er laut Redemanuskript.

Mit dem Reformationstag werde eine Freiheitsbewegung gefeiert, sagte Brahms. Martin Luther und die anderen Reformatoren hätten die Freiheit des Glaubens verteidigt "gegen eine allzu mächtige Kirche, gegen die Belastung der Gewissen, gegen eine oberflächliche und billige Gnade Gottes, die man sich teuer mit Geld erkaufen sollte".

"Religionsfreiheit gehört zu den großen Errungenschaften unserer Demokratien", unterstrich Brahms. Es lohne sich, sie da zu verteidigen, wo sie mit Füßen getreten werde. Dies gelte nicht nur für verfolgte Christen, sondern auch für Angehörige anderer Religionen. Brahms ist seit 2007 Leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche. Seit 2008 hat er zudem das Amt des Friedensbeauftragten der EKD inne.
 

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EKD-Friedensbeauftragter Schriftführer Renke Brahms