Evangelische Landwirtschaftliche Familienberatung

Nachricht 23. Oktober 2012

Hannover (epd). Landwirtschaftliche Familien in Niedersachsen können sich bei Problemen und Sorgen unbürokratisch an eine neue Beratungsstelle in Hannover wenden. Für die "Evangelische Landwirtschaftliche Familienberatung" hat die hannoversche Landeskirche 14 Frauen und Männer ausgebildet, die selbst einen landwirtschaftlichen Hintergrund haben, sagte Götz Schumacher, Referent beim Kirchlichen Dienst auf dem Lande, am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Berater, die alle ehrenamtlich tätig seien, würden bei Bedarf direkt in die Betriebe kommen. Mit der neuen Beratungsstelle würden die bereits vorhandenen Einrichtungen mit ihren Sorgentelefonen in Barendorf bei Lüneburg, in Oesede bei Osnabrück und in Rastede bei Oldenburg entlastet. Auch in Hannover könne zunächst ein telefonischer Kontakt unter der Nummer 0511/1241-800 gesucht werden, sagte Schumacher, der selbst Landwirt und Agraringenieur ist.

Die häufigsten Probleme sind Schumacher zufolge Generationenkonflikte beim gemeinsamen Leben auf dem Hof, Betriebsübergaben vom Vater auf den Sohn oder die Tochter oder Entscheidungen der Kinder, die Landwirtschaft nicht weiterführen zu wollen. Besonders junge Frauen, die einheirateten, hätten inzwischen häufig eigene Berufe jenseits von Herd, Garten und Kuhstall. Das akzeptieren manche Ältere nur schwer.

Die Hemmschwelle, sich professionell beraten zu lassen, sei nach wie vor relativ hoch, erläuterte Schumacher. Besonders die Männer täten sich immer noch schwer damit, Hilfe von außen zu akzeptieren. Insgesamt gesehen wachse aber gerade bei den Jüngeren die Bereitschaft, sich auf Angebote einzulassen.

Er mache immer wieder die Erfahrung, dass die Familien selbst bereits eine Lösung für ihr Problem im Kopf hätten, sagte Schumacher. Die Umsetzung scheitere häufig an mangelnder Kommunikation untereinander. Wenn eine Familie sich für eine Beratung entscheide, erhalte sie im Schnitt fünf- bis sechsmal Besuch von den Beratern, die jeweils im Zweierteam kämen. Eine Stunde koste dann pro Berater 45 Euro. An finanziellen Schwierigkeiten werde aber keine Begleitung scheitern, sicherte der Experte zu.

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