Niedersächsische Bischöfe würdigen ökumenisches Miteinander

Nachricht 18. Oktober 2012

Hannover (epd). Im Vorfeld des Reformationstages am 31. Oktober haben evangelische Bischöfe in Niedersachsen die ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche hervorgehoben. "Ich erlebe die Ökumene außerordentlich positiv", sagt der hannoversche Landesbischof Ralf Meister auf seiner Homepage www.landesbischof-hannovers.de. Für den evangelischen Landesbischof Friedrich Weber aus Braunschweig ist der Reformationstag eine Gelegenheit, das ökumenische Miteinander zu stärken.

"Reformationsgedenken hat nicht das Anliegen, die Spaltung der Kirche zu verherrlichen", schreibt Weber in der aktuellen Ausgabe des landeskirchlichen Magazins "Evangelische Perspektiven". Nach Ansicht des Theologen, der auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, begreifen katholische und evangelische Gemeinden über die Auseinandersetzung mit Luther, dass sie zueinander gehören.

Meister betonte, dass die Begegnungen mit katholischen Bischöfen und Pröpsten in Niedersachsen "offen und herzlich" verliefen. Er warnte davor, nur auf die noch ungelöste Frage eines gemeinsamen Abendmahles zwischen Protestanten und Katholiken zu blicken. Dies sei eine theologische Falle. "Ich glaube, dass wir uns noch mal anders annähern sollten an das gemeinsame, gleiche Verständnis der Taufe", sagte der Bischof. Hier bestünden mehr Chancen für Gemeinsamkeit als in der Abendmahlsfrage.

Die Taufe wird von allen christlichen Konfessionen als gemeinsames Zeichen anerkannt. Dagegen dürfen evangelische Christen aus theologischen Gründen nicht an der Eucharistie teilnehmen, dem katholischen Abendmahl. Am Reformationstag erinnern Protestanten an den legendären Thesenanschlag Martin Luthers 1517, der zur Gründung der evangelischen Kirche und zur Trennung von den Katholiken führte.

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