Diakonie fordert klares Bekenntnis zum Kampf gegen Altersarmut

Nachricht 15. Oktober 2012

Anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober 2012 fordert die Diakonie ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Kampf gegen Altersarmut. "Die gesetzliche Rente schützt absehbar nicht mehr vor Armut. Wer lange Jahre Beiträge zahlt, aber nur ein geringes Einkommen hat, kann heute kaum mehr als die Grundsicherung im Alter erwarten", sagt Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier.

In besondere Not gerieten vor allem Frauen, die aufgrund von Erziehungs- oder Pflegezeiten keine ausreichenden Rentenanwartschaften aufbauen können. "Daher setzt sich die Diakonie für eine gesetzliche Mindestrente ein, die Erwerbstätige, Pflegende und Erziehende vor drückender Armut schützt", erklärt Stockmeier.

Der Diakonie-Chef kritisiert zugleich, dass die im Rentendialog der Bundesregierung vorgestellten Pläne für eine bessere soziale Absicherung im Alter nun auf Eis lägen. "Die geplante Zuschussrente von Bundesozialministerin Ursula von der Leyen ist unzureichend. Nach der vielfältigen und berechtigten Kritik von vielen Seiten passiert nun aber gar nichts mehr: Die Regierungskoalition diskutiert hin und her, während die Probleme weiter wachsen und die Menschen im Ungewissen gelassen werden."

"In dieser wichtigen Frage müssen alle an einen Tisch. Rhetorik und Klientelpolitik helfen nicht zu verhindern, dass in naher Zukunft immer mehr Menschen im Alter von der Hand in den Mund leben müssen. Altersarmut muss nachhaltig und vorbeugend bekämpft werden. Dazu gehört auch eine Arbeitsmarktpolitik, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung fördert.
Die Langzeitarbeitslosen von heute sind die Altersarmen von morgen", hebt Stockmeier hervor.

Strategien der Armutsbekämpfung im nationalen wie internationalen Rahmen sind ein zentrales Thema der Konferenz Diakonie und Entwicklung, die heute in Düsseldorf beginnt. Die Teilnehmenden der Konferenz werden in Düsseldorf Leitlinien für die Arbeit der im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung zusammengeschlossenen Diakonie Deutschland und Brot für die Welt formulieren.

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung ist die erste Delegiertenversammlung des neuen Evangelischen Werkes für die Diakonie und Entwicklung nach der Fusion des Evangelischen Entwicklungsdienstes und dem Diakonischen Werk der EKD mit seinen Aktionen Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Sie ist das höchste Beschlussgremium der Diakonie und Brot für die Welt.

1992 wurde der 17. Oktober von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut" ausgerufen.

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