Diakonie gegen höhere Strompreise für Menschen in Armut

Nachricht 15. Oktober 2012

Hannover (epd). Der hannoversche Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes hat die Politiker aufgefordert, Menschen mit wenig Einkommen von den steigenden Strompreisen auszunehmen. Für Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger summierten sich die Mehrkosten schnell auf rund 60 Euro im Jahr, sagte der evangelische Pastor am Dienstag in Hannover: "Für eine drei- bis vierköpfige Familie ist das nicht zumutbar."

Die Politiker sollen im Gegenzug die Stromsteuer für Hartz-IV-Empfänger senken, schlug Müller-Brandes vor. Der Staat profitiere durch die politisch gewollte Preiserhöhung nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) und nehme verstärkt Mehrwertsteuer ein. Diese Einnahmen sollten zumindest an Menschen in Armut zurückgezahlt werden.

Von 2013 an verteuert sich nach dem Willen der Stromanbieter die Umlage nach dem EEG von 3,6 Cent auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde, das sind rund 40 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt zahle dann allein für die Umlage 185 Euro im Jahr, erläuterte die Diakonie. Müller-Brandes trat Anfang Oktober sein Amt als neuer Diakoniepastor in Hannover an.

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