Kirchenmusikerkongress: Berufsgruppe fehlt der Nachwuchs

Nachricht 11. Oktober 2012

Göttingen (epd). Klassische Orgelklänge oder Posaunenmusik werden nach Auffassung des Landeskirchenmusikdirektors Hans-Joachim Rolf aus Hildesheim immer seltener in Gottesdiensten zu hören sein, denn dem Beruf des Kirchenmusikers fehlt der Nachwuchs. "Die Hälfte der in den kommenden Jahren pensionierten Kirchenmusiker findet keinen Ersatz", sagte Rolf anlässlich des zehnten Niedersächsischen Kirchenmusiker-Kongresses am Freitag in Göttingen.

An diesem Wochenende tagen dort Kirchenmusiker aus den evangelischen Landskirchen Oldenburg, Braunschweig und Hannover. Der Beruf des Kirchenmusikers sei durchaus attraktiv, betonte Rolf. Er biete zum einen die Sicherheit eines festen Einkommens, zum anderen eine große künstlerische Freiheit. Dennoch fehlten an den Universitäten und Hochschulen die Studenten, die sich für dieses Studium entscheiden.

Um die junge Generation für den Beruf zu gewinnen, müsse die Kirchenmusik sich zum einen für Populärmusik weiter öffnen, sagte Rolf. Zudem steige aber der Bedarf von qualifizierten Musikern in den Regionen, die die traditionelle Kirchenmusik erhalten. Vor allem Organisten gebe es zu wenig.

Die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Kirchenmusikerverbandes, Christiane Schwerdtfeger, sprach sich dafür aus, die Vielfalt zu fördern. Kinder und Jugendliche ließen sich nicht allein über Popmusik für Kirchenmusik begeistern. "Diese Zielgruppen erreichen wir nur über die ganze Breite der Kirchenmusik, von Klassik bis zum Gospel."

Die kirchenmusikalische Vielfalt spiegelt sich auch im Programm der Tagung. Ein Workshop über moderne a-capella-Musik wird geleitet von Til von Dombois, der Anfang 2012 als "Pop-Kantor" von der hannoverschen Landeskirche eingestellt wurde. Im "Jugendforum" können Teilnehmer unter 20 Jahren mehr über das Instrument Orgel und seine Entstehung erfahren.

Copyright: epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen