Landesbischof Meister eröffnet Fotoausstellung mit Porträts Sterbender

Nachricht 05. Oktober 2012

Wolfsburg (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat am Freitagabend in Wolfsburg eine Fotoausstellung über das Sterben eröffnet. Dafür haben der Fotograf Walter Schels und die Journalistin Beate Lakotta 26 Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet und fotografiert. Die Aufnahmen entstanden kurz vor und unmittelbar nach dem Tod. "In diesen Fotos verschwimmt auf eine irritierende Weise die Trennlinie zwischen dem Leben und dem Tod", sagte Meister. Der Betrachter blicke zweimal ins selbe Gesicht: zunächst belebt, dann unbelebt.

Die Ausstellung "Noch mal leben vor dem Tod" ist bis zum 25. November im evangelischen "Haus der Kirche" in Wolfsburg zu sehen. Sie zeigt insgesamt 54 großformatige Schwarz-Weiß-Fotos mit kurzen biografischen Texten. Unter den Porträtierten ist ein 52-jähriger Werbefachmann, der an einem Gehirntumor starb, ebenso wie ein kleines Mädchen von nur 17 Monaten. Die meisten der Sterbenden haben ihre letzten Tage in einem Hospiz verbracht. Schels und Lakotta sprachen dort mit den Todkranken über ihre Ängste und Hoffnungen.

Beide hätten sich auf eine große Nähe zu den Sterbenden eingelassen, hob Meister hervor. Die Bilder seien aus einer spürbaren Dichte zwischen ihnen und den fotografierten Menschen entstanden: "Wer an die Grenze zwischen Leben und Tod rührt, der macht keine Schnappschüsse." Er entwickele vielmehr ein besonderes Gespür für den "heiligen Wandel" im Tod. Im Hospiz werde dieser Übergang so begleitet, als gehöre er ins Leben hinein, betonte der Landesbischof.

Die Ausstellung war seit 2004 in mehreren Städten, u.a. in Tokyo, Montreal, London, Lissabon, Berlin und Hamburg zu sehen. Alle Porträtierten gaben ebenso wie die Angehörigen ihre Einwilligung, die Bilder zu veröffentlichen. Organisatoren in Wolfsburg sind die evangelische Stadtkirchengemeinde und das Kunstmuseum. Die Gemeinde bietet ein umfangreiches Begleitprogramm mit sonntäglichen Gottesdiensten sowie Filmabenden, Vorträgen und Konzerten an. Täglich um 12 Uhr gibt es eine Andacht zum Thema.

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