Doppelausstellung beleuchtet Reformation und Revolution in Emden

Nachricht 04. Oktober 2012

Emden (epd). Glaubensstreit, Freiheit und Bürgerstolz sind die Stichworte, unter denen an diesem Sonntag in Emden eine Doppelausstellung über den Kirchenreformator Menso Alting (1541-1612) startet. Sie wird um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek eröffnet, wie die Organisatoren am Donnerstag mitteilten. Ein zweiter Teil der Schau läuft im benachbarten Ostfriesischen Landesmuseum. Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat die Schirmherrschaft übernommen. Der 7. Oktober ist der 400. Todestag von Alting.

Die kulturhistorische Ausstellung zeigt die Wirkung und Bedeutung des calvinistischen Theologen Alting für die Emder Gesellschaft und das Groninger Land. Alting habe seine Glaubensüberzeugung so vehement vertreten, dass sie in die Emder Revolution von 1595 mündete, hieß es. In der Folge habe sich die Stadt von ihrem lutherischen Landesherrn Edzard II. befreit. Bis Ende März 2013 sollen die Epoche und die Theologie des streitbaren Predigers beleuchtet werden.

In einem Grußwort würdigte Käßmann die Ausstellung als prägnanten Auftakt zum Reformationsjubiläum 2017. Die Reformation sei ein langjähriger Prozess gewesen, an dem auch Alting beteiligt gewesen sei. Er habe den Calvinismus in Emden gefestigt und die Stadt mit ihrem religiösen Pluralismus zum Brennpunkt konfessioneller Auseinandersetzungen in Europa gemacht.

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