Kirchen gehen gegen sexualisierte Gewalt vor

Nachricht 25. Juli 2012

Hildesheim/Hannover (epd). Mit der Broschüre „Starke Kinder. Starke
Zukunft“ will das katholische Bistum Hildesheim einem sexuellen
Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorbeugen. Das Heft
enthält unter anderem eine heraustrennbare Selbstverpflichtungserklärung
für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, teilte das Bistum
am Donnerstag mit. Unter anderem verpflichten sich die Mitarbeiter,
„achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz umzugehen,
die Intimsphäre der Mädchen und Jungen zu respektieren und
bei Grenzverletzungen angemessene Maßnahmen zum Schutz der
jungen Menschen einzuleiten“.

Außerdem versichere der Unterschreibende, nicht wegen einer Straftat
im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt rechtskräftig verurteilt
worden zu sein, hieß es. Bischof Norbert Trelle hatte vor zwei
Jahren vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle in der katholischen
Kirche ein „Gesetz zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdungen
im Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Bistum Hildesheim“
erlassen. Dieses Gesetz verlangt von allen Mitarbeitenden, eine
Selbstverpflichtungserklärung abzugeben.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hat bereits vor
sieben Jahren für ihre rund 25.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden und
Pastoren eine Broschüre mit „Leitlinien zum Umgang mit sexuellem
Missbrauch“ veröffentlicht. Im Februar wurden an die Gemeinden und
Einrichtungen vier aktualisierte Broschüren zum Thema sexualisierte
Gewalt in einer Auflage von 6.000 Exemplaren verschickt. Sie
enthielten Leitlinien, Rechtstexte, theologische Vorträge und eine
Handreichung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. In die
Gesamtkonzeption unter dem Thema „Information, Kommunikation,
Intervention“ wurden die Erfahrungen einer 2010 eingerichteten Hotline
für Opfer sexualisierter Gewalt einbezogen (Telefon 0511-700 88 16).

Alle Materialien stehen auch auf der Internetseite praevention.landeskirchehannovers.de zum Download bereit. Darüber hinaus bietet die Seite Krisenpläne, Kontaktdaten sowie Link- und Literaturlisten. Die neue Gleichstellungsbeauftragte
der Landeskirche, Pastorin Hella Mahler, ist unter Telefon 0511/1241-650
die zuständige Ansprechpartnerin.

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