Landesbischof Meister plädiert für Einhaltung der Karfreitagsruhe

Nachricht 31. März 2012

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat dafür plädiert, am gesetzlichen Karfreitagsschutz festzuhalten. Die Stille am Karfreitag sei "die ausgedehnte Schweigeminute einer ganzen Gesellschaft", sagte Meister am Sonnabend dem Evangelischen Pressedienst in Hannover. Sie gelte allen Menschen, die Leid ertragen müssten, wie auch den Opfern von Gewalt und Terror: "Die Kraft einer solchen gemeinsamen Stille stärkt eine Gesellschaft." Sie gebe der gemeinsamen Verantwortung für die Opfer eine symbolische Form.

Die Karfreitagsruhe sei auch ein Eingeständnis der eigenen Sprachlosigkeit angesichts zahlreicher Gewalttaten. Der Bischof der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland erinnerte an die Ermordung der elfjährigen Lena in Emden, die Verbrechen der Zwickauer Terrorzelle und an das Entsetzen über die Attentate im norwegischen Utöya im vergangenen Jahr. Diese Ereignisse hinterließen viele offene Fragen: "Auch als Theologe, als Bischof habe ich keine Antworten darauf - nur die Hoffnung, dass Gott den Schmerz teilt."

Christinnen und Christen erinnerten sich am Karfreitag an den Kreuzestod von Jesus Christus. Er sei zu einem Bild dafür geworden, dass Gott den Menschen im Leiden zur Seite stehe. Meister betonte, dass niemand ein Tanzverbot an allen Freitagen fordere: "Aber einmal im Jahr ist es eine starke Geste, die Festlichkeiten und Partys zu unterbrechen." Wie bereits im Vorjahr haben Kirchenkritiker angekündigt, wieder gegen das jeweils auf Landesebene geregelte Tanzverbot protestieren zu wollen.

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