Landessuperintendent Brandy: Religion liefert keinen letztgültigen Lebenssinn

Nachricht 24. Februar 2012

Stade (epd). Religion und Glaube liefern nach Auffassung des Stader Landessuperintendenten Hans Christian Brandy keine letztgültige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. "Auch Gott ist nicht der Garant für einen umfassenden Lebenssinn", sagte der evangelische Landessuperintendent vor Vertretern des Johanniter-Hilfswerkes in Stade. Gläubige Christen lebten in einer zweideutigen Welt, "in einer Mischung aus Sinn und Sinnlosigkeit, Glück und Leid, Liebe und Hass, Licht und Dunkel".

Auch wenn der Glaube keine umfassende Antwort gebe, so sei die Frage nach dem Sinn des Lebens doch zentral, betonte Brandy. "Sinnlos leben kann niemand." Der Theologe riet dazu, den Sinn im Kleinen zu suchen. Antworten hingen mehr "an den nächsten Dingen als an den letzten". Die kleinen Sinngeschichten täten gut: "Die unspektakulären Geschichten in der Routine des Alltags, im Kinder wickeln, eine Akte noch bearbeiten, ein Konfliktgespräch am Telefon führen, ein Glas Wein mit der Ehefrau trinken."

Letztlich gehe es um konkrete und sehr unterschiedliche Sinnerfahrungen. Er selbst sei dankbar dafür, wie viel Sinn Familie und Weggefährten seinem Leben gäben, bekannte Brandy. Aber auch der Glaube trage bei ihm dazu bei, Sinn in seinem Leben zu sehen: "Indem er mir die Kraft gibt, Widersprüche und Unbegreifliches auszuhalten."

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