Ökumenischer "Kreuzweg der Schöpfung" eröffnet

Nachricht 25. Februar 2012

Landesbischof Meister ruft zu verantwortungsvollem Umgang mit Tieren auf

Wietze/Kr. Celle (epd). An der umstrittenen Hähnchenschlachtanlage in Wietze bei Celle haben die Kirchen am Sonntag einen ökumenischen "Kreuzweg der Schöpfung" gestartet. Zum Auftakt rief der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tieren auf. "Wir haben uns angewöhnt, die Geschichte Gottes mit dieser Erde zuerst und ausschließlich als eine Geschichte Gottes allein mit den Menschen zu lesen", sagte er in seiner Predigt in der katholischen Kirche von Wietze. "Wir haben darin eine große Vergessenheit entwickelt."

In der biblischen Schöpfungsgeschichte sei ausdrücklich von der Erschaffung der Tiere die Rede. Auch die Geschichte von der Arche Noah schildere ausführlich die Rettung der Tiere. Sie gehörten als Mitgeschöpfe zu Gottes Bund mit den Menschen. Meister forderte deshalb eine "Ethik der Selbstbegrenzung". Es gebe jedoch keine eindeutige ethische oder theologische Position, ab welcher Größenordnung die Nutztierhaltung die "Mitgeschöpflichkeit" der Tiere missachte.

Zu Beginn des Kreuzwegs waren evangelische und katholische Christen in einer Prozession mit einem rund zwei Meter großen Holzkreuz von Europa größtem Geflügelschlachthof zur Kirche "St. Maria Hilfe" gezogen. In Wietze sollen jährlich bis zu 130 Millionen Tiere geschlachtet werden.

Weitere Stationen des ökumenischen Kreuzwegs sind an den nächsten Sonntagen die Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel und Schacht Konrad in Salzgitter sowie die Atomanlagen in Gorleben. "Diese Orte symbolisieren Grenzüberschreitungen unseres Konsums", sagte Meister dem epd: "Wir essen zu viel Fleisch, wir verbrauchen zu viel Energie. Wir haben es auf die Spitze getrieben: immer mehr, immer billiger und das alles, ohne genügend an die Folgen zu denken."

Redner an den anderen Stationen sind der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und die Kirchenbeauftragte von CDU/CSU im Bundestag, Maria Flachsbarth. Am 11. März ist der Kreuzweg am Schacht Konrad verbunden mit einer Lichterkette zum Jahrestag des Reaktor-Unglücks von Fukushima. Der "Kreuzweg der Schöpfung" wird bereits zum dritten Mal von der katholischen Kirche in der Fastenzeit initiiert.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Hannover/Celle (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister eröffnet an diesem Sonntag mit einem Gottesdienst in Wietze bei Celle einen ökumenischen "Kreuzweg der Schöpfung". Evangelische und katholische Christen in Niedersachsen wollten damit zum Nachdenken über die Massentierhaltung und die Atommülllagerung anregen, sagte Meister zu Beginn der Fastenzeit am Mittwoch im epd-Gespräch. Erste Station ist der Geflügelschlachthof Wietze bei Celle. Es folgen Andachten am Atommülllager Schacht Konrad in Salzgitter und Asse bei Wolfenbüttel sowie an den Atomanlagen in Gorleben.

epd: Was verbindet die Orte Wietze, Gorleben, Schacht Konrad und Asse?

Meister: Diese Orte symbolisieren Grenzüberschreitungen unseres Konsums. Wir essen zu viel Fleisch, wir verbrauchen zu viel Energie. Wir haben es auf die Spitze getrieben: immer mehr, immer billiger und das alles, ohne genügend an die Folgen zu denken.

epd: Was ist das Besondere an diesem Kreuzweg?

Meister: Es ist ein ökumenischer Kreuzweg, der unterschiedliche Orte aufsucht, an denen das Leiden der Schöpfung sichtbar wird. Katholiken und Protestanten sind sich darin einig, dass wir Zeichen für verantwortliches Handeln setzen müssen.

epd: Wie sähe Ihr persönlicher Kreuzweg aus?

Meister: Das sind Momente und Situationen in meinem Leben, in denen mir bewusst wird: Stopp, so geht es nicht weiter. Das fügt sich ein in den Aufruf bei dem Evangelisten Markus im Neuen Testament der Bibel: "Tut Buße und glaubt an das Evangelium!"

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Hannover (epd). Mit einem ökumenischen "Kreuzweg der Schöpfung" wollen evangelische und katholische Christen zum Nachdenken über die Massentierhaltung und die Atommülllagerung anregen. Die Aktion beginnt an diesem Sonntag um 15 Uhr am Geflügelschlachthof Wietze bei Celle, teilte das Bistum Hildesheim am Mittwoch mit. Weitere Stationen sind an den darauffolgenden Sonntagen die Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel und Schacht Konrad in Salzgitter sowie die Atomanlagen in Gorleben.

Von dem im Herbst eröffneten Schlachthof in Wietze führe eine Prozession in die örtliche katholische Kirche, hieß es. Dort predigt der evangelische Landesbischof Ralf Meister. Redner an den anderen Stationen sind der katholische Bischof Norbert Trelle, die Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne). "Der Kreuzweg soll ein Zeichen der Solidarität für alle sein, die sich Sorgen um die Schöpfung machen", sagte der katholische Regionaldechant Martin Tenge aus Hannover.

Ziel sei auch die Besinnung auf den eigenen Lebensstil, sagte Tenge. Am 11. März ist der Kreuzweg am Schacht Konrad verbunden mit einer Lichterkette, mit der Atomkraftgegner zum Jahrestag des Reaktorunglücks von Fukushima auf die Risiken der Kernenergie aufmerksam machen wollen. Der "Kreuzweg der Schöpfung" wird bereits zum dritten Mal von der katholischen Kirche in der Fastenzeit initiiert.

Dabei wird den Angaben zufolge ein rund zwei Meter großes Kreuz über einzelne Wegstationen getragen. Ein Tischlermeister habe es aus einer nahe der Asse gefällten Lärche gefertigt. Es werde zum Abschluss an der Andachtsstelle der "Gorlebener Gebete" im Wald am Salzstock Gorleben aufgestellt. Dort halten Christen seit mehr als 22 Jahren wöchentlich Andachten für die Schöpfung unter Holzkreuzen, die vom Atomkraftwerk Krümmel, aus dem bayrischen Wackersdorf und aus Lüneburg bei anderen Kreuzwegen nach Gorleben getragen wurden.

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